Damen in Männerteams am Beispiel Maren Valenti

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valenti.jpg (38793 Byte)Maren Valenti beim EHC Freiburg

Maren Valenti spielt in der Bundesliga (DEB) der Herren

EHC Freiburg verpflichtet Maren Valenti für die erste Eishockey-Mannschaft: Eine Frau unter lauter Männern (Hans-Joachim Kästle)

Der EHC Freiburg ist immer für eine Überraschung gut. Der neueste Coup: Eishockey-Nationalspielerin Maren Valenti (89 Länderspiele, 70 Tore) wird kommende Saison das EHC-Trikot tragen – das der Männermannschaft wohlgemerkt. Ein absolutes Novum im deutschen Eishockey und ein PR-Spektakel obendrein. Die gebürtige Freiburgerin (15. Oktober 1976) trainierte zuletzt mit dem deutschen Vizemeister Eisbären Berlin, für den sie gestern abend in einem Freundschaftsspiel gegen Kassel aufs Eis ging. Eine mögliche Verpflichtung in Berlin zerschlug sich an der Zahl „26". Exakt so viele Spieler dürfen von der neuen Saison an in der DEL nämlich nur noch unter Vertrag genommen werden, um zu verhindern, daß pausenlos neue Cracks kommen und gehen. Das war den Berlinern dann doch zu risikoreich, einen von 26 Plätzen an eine Frau zu vergeben – in einer Sportart, die wie kaum eine zweite als ausgesprochener Männersport gilt. In den anderen Ligen gibt es eine derartige Beschränkung nicht. Wenn alles klargeht, wird Maren Valenti heute abend beim Stadionfest des EHC (18 Uhr) den Fans bereits vorgestellt werden. Nicht ausgeschlossen, daß sie zwei Stunden später beim Freundschaftsspiel gegen den EC Bad Nauheim zumindest auf der Bank sitzen wird.

Maren Valenti steht seit ihrem zweiten Lebensjahr auf dem Eis. Bereits mit vier Jahren begann sie, Eishockey zu spielen. Bis 1986 spielte sie in Ravensburg, wohin Vater Danilo gewechselt war. Dieser kehrte dann aus beruflichen Gründen nach Freiburg zurück, wo er beim EHC auch als Nachwuchstrainer tätig war. Tochter Maren spielte bis 1989 in Freiburg. Die weiteren Stationen: 1989 bis 94 Mannheim, 1994 bis 97 Heilbronn, wo sie bei den (männlichen) Junioren aktiv war. 1990 und 1992 wurde sie mit Mannheim deutscher Frauenmeister, 1997 mit Esslingen. Vier EM- und zwei WM-Teilnahmen stehen zu Buche. Den Coup eingefädelt hatte EHC-Vorsitzender Georg-Heinrich Kouba, der Maren Valenti in Mai bei einem Inlinespiel in Heilbronn ansprach. Die Stürmerin entschied sich zunächst für ein ähnliches Angebot der Berlin Eisbären – schließlich sind die deutscher Vizemeister. Jetzt kehrt sie doch an ihren Geburtsort zurück. Maren Valenti wird ganz offiziell einen Vertrag mit einem relativ bescheidenen Salär erhalten. Durch PR-Auftritte oder Werbeverträge kann sie ihr Einkommen beträchtlich aufstocken. Das Aufsehen, das sie in Berlin verursacht hat, hat bereits dazu geführt, daß sie sich mit Frank Schlageter einen eigenen Manager leistet. Das Motto, unter dem ihre Verpflichtung in Freiburg steht, ist simpel: Entweder es klappt, oder es klappt nicht. „Wir sehen Maren Valenti, die im Sommer mit ihrem Bruder Sven ein Krafttraining absolviert hat, wie einen talentierten Nachwuchsspieler", erklärte EHC-Pressesprecher Werner Karlin. Schafft sie den Sprung nicht, kann sie immerhin mit dem drei Klassen tiefer angesiedelten Reserveteam spielen. Und die Frauen-Nationalmannschaft bleibt ihr auch noch.

EHC unterliegt EC Bad Nauheim 5:6 (4.9.1998) - Ihren Einstand im EHC-Trikot gab die von den Fans stürmisch gefeierte Maren Valenti. Wegen der zahlreichen Über- und Unterzahlspiele erhielt sie jedoch wenig Eiszeit.

(Badische Zeitung)

 

valenti001.gif (17963 Byte)Maren Valenti schreibt Eishockey-Geschichte: Erste Frau in der "Männerliga" / 51 Sekunden auf dem Eis - Berlin (sid). In 51 Sekunden hat Maren Valenti Eishockey-Geschichte geschrieben. So lange durfte die 21jährige im Testspiel des deutschen Vizemeisters EHC Eisbären Berlin gegen die Kassel Huskies (5:1) auf das Eis. Sie ist damit die erste Frau, die im deutschen Eishockey in einer "Männerliga" auflief. Valentis Gastspiel in Berlin ist jedoch nach ihrem Kurzeinsatz beendet. Sie wird einen Vertrag beim Bundesligisten EHC Freiburg unterschreiben.

44 (?) Sekunden gespielt, Auftrag erfüllt: Berlin, 04.09.98. Das weltweit beachtete Engagement von „Medienstar" Maren Valenti bei den Berliner Eisbären ist beendet. Nach einem Kurzeinsatz von exakt 44 Sekunden ohne eigene Puck-Berührung gegen die Kassel Huskis hat sich die 89fache Nationalspielerin schon wieder in die Männer-Bundesliga der DEB verabschiedet - PR-Auftrag erfüllt. Und auch die Eisbären profitierten von ihrem Einsatz: Sie gewannen das Spiel 5:1 (1:1, 1:0, 3:0).

Im Schwarzwald soll sie einen Vertrag beim DEB-Club EHC Freiburg unterschreiben. Obwohl aus dem insgeheim erhofften, aber von allen Seiten von vornherein als Publicity-Gag ins Reich der Illusionen verwiesenen Kontrakt mit den Berlinern schließlich nichts wurde, schied die selbstbewußte Dame mit den besten Erinnerungen. „Mein Dank gilt den Eisbären für diese wundervolle Zeit. Ich bin herzlich aufgenommen worden, erhielt vom Management, Trainern und Spielern jegliche Unterstützung und konnte für meinen weiteren Weg eine Menge lernen", blickte die 21jährige Mannheimerin zurück. Sie schrieb ein Stück Eishockey-Geschichte und kam als erste Frau in Deutschland in einer Männermannschaft der höchsten Spielklasse zum Einsatz. Da das neue DEL-Reglement nur noch die Verpflichtung von 26 Puck-Jägern für die gesamte Saison gestattet, seien ihre Chancen von vornherein minimal gewesen, sagte die Schwester vom Nürnberger DEL-Stürmer Sven Valenti. Und bezeichnete die Differenzen in der Schnelligkeit als den größten Unterschied zwischen dem Eishockey-Spiel von Männern und Frauen. Ihre enorme Medienpräsenz will sie auch als Werbung für das im Gegensatz zu Nordamerika noch in den Kinderschuhen steckende deutsche Damen-Eishockey verstanden wissen. Als ihr größtes Fernziel bezeichnete Maren Valenti das Olympia-Turnier im Jahr 2002: „Das hat Vorrang vor allem anderen, auch vor meinem Engagement bei den Männern. Olympia ist das Größte für jeden Sportler." Besonders gefreut habe sie sich darüber, daß sie während ihres Kurzeinsatzes nach einem Foul von Kassels Torhüter Paul Cohen eine Strafzeit herausholte, die Eisbär Pelle Svensson in Überzahl zum vorentscheidenden 4:1 nutzte: „Ich bin sofort ohne Angst in Tornähe gegangen. Vorher war ich allerdings mächtig aufgeregt." (DSF)

Besten Dank an Martin Melich für die Infos.

 

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