Quelle : Deutsches Damen-Eishockey : http://www.dameneishockey.com
Spannende Saison kurz vor dem Start
Geretsried, Berlin, Hannover, Grefrath und Mannheim machen sich Hoffnnungen
Am kommenden Wochenende starten nun endlich auch die beiden Damen-Bundesligen in die neue
Saison. Eishockey NEWS nimmt kurz vor dem Start sechs weitere Vereine unter die Lupe. Den
meisten kann man getrost Medaillenambitionen unterstellen. Bei den "Moskitos"
des TuS Geretsried wäre dies keine Überraschung. Sie kamen bereits viermal auf den
Bronzeplatz. Ihr größter Erfolg ist aber zweifelsohne der Titelgewinn von 1994, als
erstes und bisher einziges bayerisches Team. Diesen Triumph zu wiederholen, scheint gerade
in dieser Saison nicht unmöglich. Als Ausrichter der 16. deutschen Meisterschaften
(20./21.02.99) hat das Team um Rekordnationalspielerin Christina Oswald allerdings von
vornherein mit einer großen Erwartungshaltung zu kämpfen. Zwar steht als Ziel erst
einmal "nur" das Erreichen der Endrunde auf dem Plan, aber das dürfte wohl nur
der offizielle Sprachgebrauch von Manager Adolf Fuchs sein. Sämtliche
Leistungsträgerinnen blieben den "Moskitos" treu, was dir Favoritenstellung
bloß noch unterstreicht. Ebenfalls bis zum Endspielwochenende möchten die Damen des OSC
Berlin-Schöneberg auf dem Eis stehen. Als Vorjahresvierter und mit nahezu unverändertem
Mannschaftsgefüge ist der Plan nicht illusorisch. Eine Verstärkung sollte Goalie Tanja
Jakupovic, die bereits zum Ende der vergangenen Saison zum OSC zurückkehrte, darstellen.
Alledings war Berlin mit Katja Panse schon gut auf dieser Position besetzt. Entscheidende
Abgänge sind allenfalls die beiden Stürmerinnen Bianca Schmidt und Karin Ohainski, die
jetzt in anderer Funktion beim OSC tätig sind. Darüber hinaus wechselte Managerin Sandra
Hartmann kurz vor der Saison zum Lokalrivalen Eishasen Berlin und Goalie Carolin Kleffel
ergriff angesichts der Konkurrenz die Flucht in Richtung Hannover. Am meisten leiden im
eishockeylosen Sommer mußten die Fans aus Hannover, deren Verein die Puste ausging. Die
Damen spielen unter dem Namen KEV Hannover weiter in der Bundesliga-Nord und da wollen
sie, wenn es nach Trainer Matthias Fuchs geht, auch bleiben. Wobei eigentlich keiner
ernsthaft daran glauben kann, daß Hannover etwas mit dem Abstieg zu tun haben könnte.
Die Mannschaft, in der mit Tina Evers, Nina Ritter und Julia Wierscher drei
Nationalspielerinnen stehen, war die Überraschung der Vorsaison und dürfte eher als
Geheimfavorit gelten. Drei Spielerinnen (Insel, Gappa, Meinecke) hängten ihre
Schlittschuhe an den Nagel. Bedeutendster Neuzugang ist Goalie Carolin Kleffel (Berlin).
Neben den Nationalspielerinnen dürften vor allem die Stürmerinnen Nina Gall, Diana
Beyer, Jennifer und Christina Matz im Brennpunkt stehen. Interssant ist die Frage nach der
Präsentation der Grefrather "Panther". Nach erfolgsverwöhnten Jahren gab es
vor Jahresfrist zum erstenmal einen kleinen Rückschlag. Mit Bettina Berrang, Claudia
Ottermann und Julia Groth sorgen drei Spielerinnen aus Solingen für frischen Wind beim
GEV. Da die Mannschaft keine Abgänge zu beklagen hat, zudem mit Esther Thyßen über eine
der besten Goalies verfügt, sollten aber die Bedingungen für eine gute Saison vorhanden
sein. Vier sehr deutliche Erfolge während der Vorbereitung geben zudem großes
Selbstvertrauen. Das dickste Fragezeichen steht fraglos hinter Vizemeister Mannheimer ERC.
Ihr Mega-Star Maren Valenti ist zwar mittlerweile bekannter als jeder DEL-Spieler, steht
aber nun in Freiburg unter Vertrag. Zudem verließen mit Coa Pelant, Ilona Holliday, Petra
Weber und Monika Spring vier weitere Top-Spielerinnen das Team, was eine genaue
Einschätzung des Spielniveaus gänzlich unmöglich macht. Einziger Hoffnungsfunke:
Trainerfuchs Danilo Valenti schwingt weiterhin das Zepter hinter der Bande. Zusammen mit
den Routiniers Natascha Schaffrik und Nadine Spanihel sowie den Talenten Maritta Becker
und Anja Scheytt sollte er eine schlagkräftige Truppe formen können, die für die
Endrunde in Frage kommt. Von der ganz großen Abgangswelle blieben die
"Pinguine" aus Weißwasser, auch wenn es sich wohl mancher Konkurrent gewünscht
hätte, geradeso verschont. Dennoch müssen die Lausitzerinnen auch diesmal improvisieren.
Kapitän Elisabeth Keller ging vorerst von Bord. Auch hier können erst die Punktspiele
endgültigen Aufschluß über die Spielstärke geben. In der Vorbereitung wurde mehr
trainiert, denn in Spielen getestet. Wohin der Weg also führen wird, wird sich erst in
den nächsten Monaten zeigen. Kleiner Trost: Das geht kurz vor dem Start alle so!
(Sven Kuschel - Eishockey News Ausg. 41)
Das Auftaktspiel gegen den Deutschen Vizemeister Mannheimer ERC verlor der
Aufsteiger TuS Wiehl mit 2:4 (0:2 , 1:0 , 1:2)
Im ersten Drittel begannen die Mannheimer furios. Insbesondere die Paradesturmreihe N.
Schaffrik, A. Scheytt und Maritta Becker brachte die Wiehler Damen ein uns andere Mal in
Verlegenheit. Die Huskies waren zu diesem Zeitpunkt unkonzentriert, nervös und die
Aktionen konfus. Folgerichtig ging Mannheim durch A. Scheydt (2.) in Führung und konnte
durch einen, von Nationalstürmerin Rebekka Marenbach ins eigene Tor gelenkten Schuß noch
auf 2:0 erhöhen (P. Heitzmann). Trotzdem hatten die Huskies auch die ein oder andere
Einschußmöglichkeit, trafen aber zweimal nur das Metall des von Nadine Spanihel gut
gehüteten Tores. Nach einer Standpauke von Trainer T. Althausen, zeigte sich der TuS
Wiehl nach der Drittelpause wie verwandelt. Folgerichtig gab es im zweiten Drittel eine
Reihe guter Einschußmöglichkeiten für die Huskies und das Drittel ging verdient mit 1:0
(Ramona Weiß 32.) an die Wiehler Mädels. Im letzten Drittel setzten die Huskies ihre
Angriffsbemühungen fort, welche nach einem sehenswerten Alleingang von N. Schmitten mit
dem Ausgleich durch Leila Dekmeijere (46.) belohnt wurde. Jetzt drehte der Mannheimer
Paradesturm noch einmal auf und startete eine sehenswerte Schlußoffensive. Die Huskies,
selbst bemüht noch den Siegtreffer zu erzielen, vernachlässigten die Verteidigungsarbeit
und verließen die taktische Marschroute ihres Trainers. Folgerichtig erzielten die
Mannheimer Damen noch durch Maritta Becker (52.) und Anja Scheytt (53.) die Tore 3 und 4.
Insgesamt haben die Mannheimer dank einer überragenden Sturmreihe verdient gewonnen.
Nicht unerwähnt bleiben sollten auch die vielen Chancen, die durch die Torhüterinnen
Silke Friedrichs und ab der 30. min Jenny Dierksen des TuS Wiehl vereitelt wurden. Den
Huskies merkte man die fehlende Bundesliga- und Spielpraxis an. Zudem zeigten sie
zeitweise (1. Drittel) zuviel Respekt vor dem Vizemeister aus Mannheim. Hinzu kam die, aus
der letzten Saison bekannte, eklatante Abschlußschwäche (alleine 8 Pfosten- bzw..
Lattentreffer). Insgesamt haben die Zuschauer ein gutes und spannendes Eishockeyspiel
gesehen, das Lust auf mehr machen sollte.
(Frank Müller)
16.10.1998
Geretsried und Grefrath erste Spitzenreiter
Durchweg spannende Spiele gab es am ersten Spieltag der Bundesliga-Nord. Dabei rang
Aufsteiger TuS Wiehl dem Vizemeister Mannheimer ERC bis zuletzt alles ab und gab sich nur
knapp mit 2:4 geschlagen. Die frühe MERC-Führung durch Anja Scheytt (2.) und ein Wiehler
Eigentor (13.) egalisierten die "Huskies" bis in die 46. Spielminute durch
Treffer von Ramona Weiß (31.) und Laila Dekmeijere. Als Rebekka Marenbach dann auf die
Strafbank geschickt wurde, brachte das Powerplay der neuen MERC-Paradereihe Maritta
Becker, Natascha Schaffrik und Anja Scheytt den Puck zum dritten Mal im Wiehler Gehäuse
unter. Maritta Becker (52.) war die Torschützin und 105 Sekunden später die Assistentin
des 4:2 durch Anja Scheytt. Trotz der Niederlage zeigten die Wiehler "Huskies"
in ihrem BL-Comeback gute Ansätze, was im weiteren Saisonverlauf der Konkurrenz so
manches Kopfzerbrechen bereiten wird. Erster Spitzenreiter sind aber die Grefrather
"Panther", die ihren letztjährigen Dauerrivalen ES Weißwasser nach
anfänglichen Schwierigkeiten mit 5:2 besiegten. Bevor Miriam Thimm (24.) und Nicole
Daumann (32.) ihr Team auf die Siegerstraße schossen, sicherte Nationalgoalie Esther
Thyßen mit guten Paraden das 0:0. Mit dem Anschlußtreffer von Silke Meyer (44.) kam noch
einmal zusätzliche Spannung auf, zumal es nach den grundverschiedenen ersten beiden
Dritteln, nun ständig hin und her ging. Der Doppelschlag von Nicole Daumann (48.) und
Stefanie Pütz (49.) sowie ein weiteres Tor von Miriam Thimm (53.) entschieden aber die
Partie endgültig. Das zweite ESW-Tor (Silke Meyer - 54.) änderte nichts mehr am Ausgang
der Partie. Zweifellos am packendsten ging es in Berlin zu. Für den KEV Hannover wäre
die Spannung und die am Ende zu Buche stehende Niederlage gar nicht nötig gewesen,
hätten sie nur einen Teil ihrer Chancen genutzt. Die Mannschaft legte gleich kräftig
los, nur die Tore wollten nicht fallen, da hatte OSC-Goalie Katja Panse was dagegen. Ihre
Leistung ließ den Ausfall von Tanja Jakupovic vergessen. Zur lange überfälligen
Führung nutzte Hannover ein überzahlspiel (Julia Wierscher - 28.), doch mehr Sicherheit
erlangten ihre Aktionen danach nicht. Vielmehr fand Berlin über den kämpferischen Weg
ins Spiel und kompensierte damit spielerische Mängel. Jenny Friede glich kurz vor der
letzten Pause in einem Überzahlspiel aus, und als vieles schon für eine Punkteteilung
sprach, gelang Michaela Hildebrandt (in Unterzahl!) tatsächlich das entscheidende 2:1
(56.). Hannover hatte in den ersten 40 Minuten zuviel Kraft gelassen und konnte nicht mehr
zurückschlagen.
(Sven Kuschel - Eishockey-News Ausg. 42)
19.10.1998
Bundesliga 2. Spieltag - Favoriten setzten sich durch
Der zweite Spieltag der Bundesliga Nord und Süd wurde nicht komplett ausgetragen. Im
Norden steht die Partie zwischen Weißwasser und Berlin noch aus. Vizemeister Mannheim
konnte mit einem 4:1 (1:1, 1:0, 2:0)-Heimsieg gegen Hannover die Tabellenführung
übernehmen, punktgleich mit Grefrath, die mit einem mühsamem 2:1 (0:0, 0:1, 2:0)-Sieg
beim TuS Wiehl, der Favoritenrolle noch ein Stück entfernt sind. Im Süden behielt
Geretsried nach einem klaren 10:0-Erfolg gegen Königsbrunn die Tabellenführung
punktgleich vor Augsburg und Planegg. Augsburg setzte sich beim Aufsteiger aus Memmingen
mit 7:0 (2:0, 4:0, 1:0) durch und auch Planegg behauptete seinen Anspruch auf einen
vorderen Tabellenplätze mit einem 6:1-Erfolg über Meister Esslingen. Im Süden scheint
sich schon abzuzeichnen, wer im Rennen um die ersten drei Tabellenplätze die besseren
Karten hat wogegen im Norden wohl nur Vizemeister Mannheim als klarer Favorit derzeit
zählt.
Mannheimer ERC - KEV Hannover 4:1
Im gestrigen Spiel (Samstag 17.10.) der Damenbundesliga-Nord gewann der deutsche
Vizemeister Mannheimer ERC gegen den KEV Hannover mit 4:1. Die Hannoveranerinnen
gestalteten das Spiel lange Zeit offen konnten jedoch wie schon in der Vorwoche Ihre guten
Torchancen nicht in zählbare Erfolge umsetzen. Mannheims Torhüterin Nadine Spanihel
ließ eine Stürmerin nach der anderen verzweifeln. Auch auf der Gegenseite konnte Anja
Steingrobe im Tor der Hannoveranerinnen so manche hundertprozentige Torchance vereiteln.
Mannheim ging in der 6. Spielminute in Führung als Nationalspielerin Anja Scheytt eine
Unachtsamkeit in der hannoversche Deckung nutzte und einen Nachschuß zum 1:0 verwandelte.
Auf Mannheimer Seite glänzten fortan der überragende 1. Block mit den 3
Nationalspielerinnen Anja Scheytt, Natascha Schaffrik und Maritta Becker. Letztere war es
die nach 46 Sekunden im zweiten Drittel mit einem fulminanten Schlagschuß von der blauen
Linie das zweite Tor der Mannheimerinnen erzielte. Zwischenzeitlich hatten die
Hannoveranerinnen in der 11. Spielminute durch Nina Gall ausgeglichen. Nach dem frühen 2.
Gegentor war das zweite Drittel wieder ausgeglichen und offen, Tore waren jedoch
Fehlanzeige. Im dritten Drittel hatten die Hannoveranerinnen dann nichts mehr
entgegenzusetzen. Man merkte deutlich, daß Hannovers Damen (durch die Schwierigkeiten mit
der defekten Eismaschine im heimischen Stadion "Am Pferdeturm") erst zweimal
zusammen auf dem Eis trainieren konnten. Jetzt war es wiederum Maritta Becker in der 47.
und 51. Spielminute, die den Endstand mit zwei weiteren Toren herstellte. Als Fazit bleibt
zu sagen, daß es jede Mannschaft schwer haben wird, diesen ersten Block der
Mannheimerinnen in dieser Saison auszuschalten. Es hat sich jedoch auch gezeigt, daß es
in dieser Saison sicherlich noch die ein oder andere Überraschung geben kann, denn in der
Bunseliga-Nord kann jeder jeden schlagen.
(KEV News)
In der Bundesliga-Nord geht unterdessen die Zeit der knappen Ergebnisse weiter. Die
Damen von Vizemeister Mannheimer ERC schlugen den KEV Hannover nach interessanten 60
Minuten mit 4:1. Anja Scheytt erzielte frühzeitig die 1:0-Führung (6.), dem Hannover
durch Nina Gall den Ausgleich (11.) entgegensetzte. So ging es in die Pause und aus der
wurden die Gäste mit einem gewaltigen Schlagschuß von Maritta Becker geweckt. Gerade 46
Sekunden waren gespielt und es stand 2:1. Für lange Zeit hatte das Ergebnis Bestand, weil
die beiden Goalies Nadine Spanihel für Mannheim und Anja Steingrobe für Hannover einige
klare Einschußmöglichkeiten zunichte machten. Im letzten Abschnitt baute Hannover
merklich ab und geriet nach zwei weiteren Toren von Maritta Becker (47./51.) auf die
Verlierestraße. Der entscheidende Schachzug auf den Weg zum Sieg, war aber wohl die
Umstellung der MERC-Reihen im zweiten Abschnitt. Natascha Schaffrik wurde in die
Verteidigung des zweiten Blockes beordert, statt ihrer rückte Constanze Weiß zu Maritta
Becker und Anja Scheytt auf, und fortan stand der zweite Block auf sicheren Füßen.
Aufsteiger TuS Wiehl geriet beim 1:2 gegen den Grefrather EV abermals im Schlußabschnitt
auf die Verliererstraße. Nach dem Irina Wichmann zu Beginn des zweiten Drittels die
"Huskies" in Front schoß, setzten sich die Gäste dank der besseren
Chancenverwertung durch. Zuvor verschenkte der Aufsteiger allerdings einen oder auch beide
Punkte durch eine geradezu fahrlässige Torausbeute, denn vierzig Minuten lang diktierte
man das Geschehen. Die Gäste konten sich bei ihrer Torhüterin Esther Thyß,en bedanken,
daß die Begegnung nicht schon hier entschieden wurde. Der Ausgleich durch Nicole Daumann
(46.) beflügelte dann den GEV, gleichermaßen die "Huskies", die nun ihrer
Nervosität erlagen. Birgit Lisewski (52.) gelang dann schließlich der siegbringende
weite Treffer. Interessanterweise fielen alle drei Tore im Powerplay. Obwohl die
"Huskies" in den letzten 194 Sekunden in Überzahl agierten und Nina Ziegenhals
sowie Ramona Weiß nochmals gute Chancen hatten, wollte der Ausgleichstreffer nicht mehr
fallen.
(Sven Kuschel - Eishockey-News Ausg. 43)
05.11.1998
Mannheim und Planegg weiter Spitze
Am erfolgreichsten bestritten die Damen vom OSC Berlin-Schöneberg dieses Wochenende,
konnten sie doch mit drei Punkten die Heimreise aus Nordrhein-Westfalen antreten.
Demgegenüber sind die Mannschaften vom KEV Hannover, ES Weißwasser und ESG Esslingen
noch immer ohne Punktgewinn. Am beeindruckensten treten momentan die "Moskitos"
vom TuS Geretsried auf. Im dritten Heimspiel landeten sie gegen ihren alten Rivalen ESG
Esslingen mit 13:0 (3:0, 6:0, 4:0) ihren dritten Kantersieg. Der erstmalige Einsatz von
Michaela Lanzl wäre also gar nicht nötig gewesen, aber dennoch schön. Sie avisierte mit
vier Toren und zwei Assists gleich zur erfolgreichsten Spielerin. Ob es einen ernsthaften
Kontrahenten für die "Moskitos" in der Vorrunde gibt, wird sich wohl diesen
Samstag zeigen, wenn Geretsried beim AEV antreten muß. Eben die Augsburger EV hatte im
mit Spannung erwarteten Nachbarschaftsduell beim DEC Tigers Königsbrunn mehr Mühe als
ihm recht sein konnte. Nach der Führung im ersten Drittel durch Andrea Jahn (15.),
dauerte es bis in den Schlußabschnitt ehe die endgültige Entscheidung fiel.
Neu-Nationalspielerin Johanna Merk verwandelte in der 44. Minute einen Penalty, konnte
sich aber noch nicht als Matchwinnerin feiern lassen, da Königsbrunn nie aufsteckte und
zu etlichen guten Torchancen kam. Doch Augsburg Goalie Manuela Hirschbeck hielt alles was
auf ihren Kasten kam. Erst mit dem 3:0 für Augsburg, erneut durch Johanna Merk (59.),
stand der Sieg endgültig fest. Hart ins Gericht ging in Memmingen Trainer Polansky mit
seinem Team. Er sprach "von der schwächsten Saisonleistung seines Teams." Dabei
hatte der Aufsteiger gegen Tabellenführer ESC Planegg lediglich mit 1:4 (1:2, 0:2, 0:0)
verloren, aber der Erfolg aus der Partie gegen Augsburg ließ die Erwartungshaltung wohl
sehr groß werden. Maria Sebald (6.) und Sandra Rumswinkel (8.) schossen Planegg schnell
in Front, und auch der Anschlußtreffer durch Kapitän Carolin Füchsl (15.) ließ die
Gastgeberinnen nicht besser ins Spiel kommen. Als Bettina Aumüller gar in Unterzahl das
3:1 (25.) erzielte und Isabel Jonas wenig später auf 4:1 (28.) erhöhte, wurden keine
Wetten mehr auf den Ausgang des Spieles angenommen. Die Chancen des TuS Wiehl gegen Berlin
sanken bereits vor Spielbeginn, aber nicht etwa in der heimischen Eishalle, sondern im
weit entfernten Wilhelmshaven. Da streikte der fahrbare Untersatz von Silke Friedrichs und
Laila Dekmeijere, die deshalb erst zum Ende des ersten Drittels ins Geschehen eingreifen
konnten. Während Goalie Silke Friedrichs sich mit Jennifer Dirksen ohnehin fast immer den
Job teilt, kam sie diesmal in der zweiten Spielhälfte zum Einsatz. Da auch Sandra
Gallittu (Urlaub) und Ramona Weiß (gesperrt) fehlten, spielte Wiehl mit letztem Aufgebot,
wogegen Berlin erstmals mit voller "Kapelle" antrat. Wie es oftmals so ist, die
vermeintliche Schwächung schlug sich nicht nieder. Eine tadellose Leistung lieferte die
junge TuS-Torhüterin ab. Ebenso wie Katja Panse beim OSC. Die Torlosigkeit endete erst in
der 37. Minute, als Astrid Sauer für die Gäste zum 1:0 einschoß. Ihr zweites Tor (45.)
ließ Berlin schon am Erfolg schnuppern, doch zu früh gefreut. Die Wiehler Huskies
mobilisierten die letzten Kräfte und konnten in der Schlußoffensive tatsächlich noch
zwei Treffer durch Rebekka Marenbach zum 2:2 (0:0, 0:1, 2:1) erzielen. Ärgerlich wird es
langsam für den KEV Hannover, denn der verlor nun bereits zum drittenmal 1:2. Diesmal
unterlag man zu Hause gegen Grefrath mit diesem Resultat. Eine Erklärung hat in Hannover
für die mangelnde Trefferquote keiner. Die Leistungen seien schon in Ordnung, meinte
KEV-Trainer Fuchs, "nur beim Torschuß kommt halt alles negative zusammen." Umso
unverständlicher, stehen doch die Leistungsträgerinnen fast allesamt im Angriff. Diesmal
traf für Hannover nur Tina Evers (44.), während Birgit Lisewski (25.) und Julia Groth
(32.) für Grefrath zwei Tore vorlegten. Einzig ohne Punktverlust steht im Norden
Vizemeister Mannheimer ERC da. In Weißwasser zeigten sie, warum sie den Platz an der
Sonne innehaben. Hinten vernagelt Nadine Spanihel das Gehäuse und vorn richtet es Maritta
Becker, erneut als dreifache Torschützin, während Natascha Schaffrik - schoß ein Tor -
die gesamte Mannschaft dirigierte. So einfach kann Eishockey sein. Da fiel auch nicht ins
Gewicht, daß Anja Scheytt bereits nach zehn Minuten verletzungsbedingt gehandicapt war.
Insgesamt war das Spiel ausgeglichener als das 0:5 (0:0, 0:3, 0:2) vermuten läßt.
(Sven Kuschel - Eishockey News Ausg. 45)
08.11.1998
Halbzeit in der Bundesliga-Vorrunde
Die ersten 15 (bzw. 16 Spiele im Norden) von 30 Spielen in der Bundesliga-Vorrunde sind
absolviert. Dabei kam es am vergangenen Wochenende zu einem richtigen Knaller. In der
Bundesliga Süd kam es zur absoluten Spitzenpartie zwischen dem Augsburger EV und dem TuS
Geretsried. In einem äußerst spannenden Match erkämpfte sich Augsburg den 2.
Tabellenplatz mit einem 6:5 (1:0, 4:2, 1:3)-Sieg über Geretsried. Unangefochten an der
Spitze aber ist weiterhin der ESC Planegg/Würmtal. Ein überzeugender 8:2-Sieg über die
Tigers aus Königsbrunn macht deutlich, wer im Süden das Team der Stunde ist. Für die
ESG Esslingen folgte bereits die fünfte Niederlage. Sie mußtem sich daheim mit 4:7 gegen
Aufsteiger Memmingen geschlagen geben.
Im Norden ging die Schlagerpartie des Wochenendes zwischen dem Mannheimer ERC und dem
Grefrather EV zugunsten des Vizemeisters aus. Mit 2:1 (1:0, 0:1, 1:0) behielt Mannheim die
Führung im Norden, weiterhin bedrängt von Grefrath und dem OSC Berlin. Dieser konnte mit
einem 5:2 Heimsieg sich näher an das Spitzenduo heranarbeiten. Auch Wiehl behielt den
Anschluß an den dritten Tabellenplatz. Mit dem 6:2-Auswärtserfolg brachten die Huskies
den Hannover Indians die sechste Niederlage in Folge bei. Damit bleiben Hannover und
Weißwasser bisher punktlos im Norden, und die Indians müssen sich eine Teilnahme an der
Endrunde bereits abschreiben.
2:1 (1:0, 0:1, 1:0)-Minimalsieg Mannheims reichte um die Tabellenführung zu
behaupten
Vizemeister Mannheim empfing am Samstag abend den Grefrather EV zum Spitzenspiel in der
Bundesliga-Nord. Die Lady-Power-Panther aus Grefrath hatten die Möglichkeit, mit einem
Sieg die Tabellenführung zu übernehmen, mußten nach 60 Minuten aber ohne Punktgewinn
die Heimreise antreten. Im Spiel der Torfrauen - Nadine Spanihel (Mannheim) und Esther
Thyßen (Grefrath) dürfen gewiß zur "Weltklasse" gezählt werden - behielt der
Vizemeister mit 2:1 die Oberhand. In einem äußerst spannenden und abwechslungsreichem
Spiel, konnte Mannheim sich im ersten Drittel Feldvorteile erspielen. Doch Grefrath, mit
reichlich Selbstbewustsein ins Spiel gegangen, machte es Spielerinnen wie Natascha
Schaffrik und Maritta Becker nicht leicht. Dennoch gelang Mannheim der erste Treffer im
Spiel. Eine dumme Unkonzentriertheit von Miriam Thimm (15.), gerade während eines
Grefrather Unterzahlspiels, ermöglichte Maritta Becker (Ass. Anja Scheytt, Constanze
Weiß) , die zu den gefährlichsten Stürmerinnen Deutschlands zählt, den Puck vorbei an
Esther Thyßen einzuschießen. Eine folgender Wutausbruch von Trainer Edgar Teuber,
rüttelte das Grefrather Team wach, und der Mannheimer Sturmdrang wurde erfolgreich
abgeblockt. Zudem erspielten sich die Power-Panther eigene gute Chancen, die letztendlich
zum verdienten Ausgleich im 2. Drittel führten. In der 31. Minute erhielt Iris Heußen
ein schönes Zuspiel von Sarah Thyßen, und überwand Nadine Spanihel zum 1:1. Das Spiel
stand nun auf Messers Schneide, doch beide Torfrauen hielten was zu halten war. Die
Entscheidung fiel dann im letzten Drittel. Ein Powerstart Mannheims, nur 42 Sekunden waren
gespielt, überraschte die Grefratherinnen, die mit ihren Gedanken wohl noch nicht ganz
auf dem Eis waren. Nicole Loth (Ass. Natascha Schaffrik, Maritta Becker) erzielte das
goldene Tor des Abends zum 2:1-Sieg Mannheims. Der Rest des Drittels gestaltete sich immer
wieder mit dem Blickpunkt auf die Torfrauen. So hatte z.B. Birgit Lisewski kurz vor
Spielende die riesige Möglichkeit zum Ausgleich für Grefrath, doch ihre ehemalige
Düsseldorfer Mannschaftskollegin Nadine Spanihel, vereitelte auch diese Grefrather
Torchance. Mit Grefrath hatte Mannheim eine harte Nuss zu kancken, doch dank einer
besseren Spielübersicht und Cleverness, blieb der Vizemeister auch im fünften Spiel
unbesiegt. Am nächsten Wochenende kommt mit dem OSC Berlin bereits ein weiterer Aspirant
auf die Tabellenspitze nach Mannheim und Grefrath muß sich Wiehl stellen, das dem
Spitzentrio hart auf den Fersen ist.
30.12.1998
Gegendarstellung:
Mit der Meldung, daß Maren Valenti mit einem Wechsel nach Wiehl liebäugelte, bin ich
leider einer falschen Aussage aufgesessen und dies entspricht nicht der Wahrheit:
Unter keinen Umständen wird sich Maren irgendeinem Damenteam anschließen, solange sie
die Möglichkeit hat, in Freiburg zu spielen. Hätte Maren die Absicht, Freiburg zu
verlassen, wäre der einzige Verein der in Betracht kommt, der ERC Mannheim (nur
Amateurmannschaft - Regionalliga Süd-West).
(Martin Melich)
25.12.1998
End- und Aufstiegsrunden
Nach Abschluß der Vorrunden und Eingang der Bewerbungsunterlagen der LEV-Vereine ergibt
sich zur Zeit - vorbehaltlich der noch durchzuführenden Prüfungen - folgende
Zusammensetzung der Endrunde und der Aufstiegsrunden:
Bundesliga Endrunde :
Mannheimer ERC, TuS Geretsried, ESC Planegg-Würmtal, OSC Berlin, Augsburger EV,
Grefrather EV
Aufstiegsrunde Nord :
TuS Wiehl, KEV Hannover, ES Weißwasser, EC Bergkamen, Frankfurter ESC, TSG Darmstadt
Aufstiegsrunde Süd :
DEC Tigers Königsbrunn, EHC Memmingen, ESG Esslingen, TV Kornwestheim, EV Landshut, ERC
Sonthofen
Einladung des Dänischen Eishockey-Verbandes
Der Dänische Eishockey-Verband möchte gerne eine deutsche Damen-Mannschaft zu einem
Trainingswochenende mit Spielen gegen die dänische Damen-Nationalmannschaft einladen. Als
Termine werden angeboten:
15. - 17. Januar 1999, - 05. - 07. Februar 1999, - 12. - 14. März 1999
Anreise wäre Freitag abend, Abreise Sonntag nachmittag. Samstag und Sonntag würden
jeweils eine Trainingseinheit sowie ein Spiel gegen die dänische Damen-Nationalmannschaft
stattfinden. Die Kosten für die Unterkunft und Verpflegung sowie ggf. für den Transport
vor Ort für die deutsche Mannschaft werden vom Dänischen Eishockey-Verband übernommen,
lediglich die Anreise wäre selbst zu tragen. Ansprechpartner des dänischen Verbandes
ist: Hans Z. Boesen, Gl. Skolevej 9 - DK-9900 Frederikshavn (Tel: +45 98429522 - FAX: +45
43262123)
Wiehl fliegt im letzten Augenblick doch noch aus der Endrunde -
Spitzenbegegnungen wurden von Mannheim und Geretsried klar entschieden
Am letzten Wochenende der Damen-Bundesliga-Vorrunden fielen noch einmal Tore wie reife
Früchte - Allein 41 Treffer bekamen die Zuschauer an den fünf Samstagspielen zu sehen.
Die meisten Tore, dazu das Ergebnis mit dem überraschendsten Anstrich und der größte
tabellarischen Auswirkung gab es in der Begegnung der Wiehler Huskies und dem KEV Hannover
4:7 (0:1, 2:3, 2:3). Dabei erlebten die Huskies eine Bruchlandung, denn der Aufsteiger
stand nach seinem Sensationssieg in Mannheim schon mit einem Bein in der Endrunde. Am
"zweiten Bein" krallten sich die Hannoveranerinnen fest und zogen mit ihrem
zweitem Saisonsieg die Huskies aus der erhofften Endrunde heraus, bzw. in die
Relegationsrunde hinein. Dort spielt man nun erneut gegeneinander. Das es für Wiehl so
weit kommen konnte, lag einerseits an der erstmals auf Hochtouren laufenden
"Tormaschine" des KEV, andererseits auch am verletzungsbedingten Ausscheiden von
Huskies-Stammgoalie Silke Friedrichs in der 34. Spielminute. Sie wurde nach einer Parade,
auf dem Eis liegend, vom Schlittschuh einer Mittspielerin so unglücklich am Kopf
getroffen, daß die Partie bis zum Eintreffen des Notarztwagens unterbrochen wurde. Im
Krankenhaus diagnostizierte man dann eine schwere Schädelprellung und
Halswirbelsäulenstauchung. Mittlerweile hat sie aber das Krankenhaus wieder verlassen. Da
sie allerdings beim Stand von 2:4 ausschied, war ihr Ausscheiden nur ein Mosaikstein der
Niederlage. Denn, "Die Mannschaft knüpfte nicht annähernd an die Leistung aus dem
Mannheim-Spiel an und hat sich die Niederlage selbst zu zuschreiben", war
Huskies-Pressesprecher Michael Wolf noch am Tag danach sauer. Auffäligste Wiehlerin war
Verteidigerin Nicole Schmitten, die von ihrem anstehenden Nationalmannschaftscomeback wohl
beflügelt, dreimal (21./24./42.) traf. Doch auch hier hatte Hannover die Nase vorn.
KEV-Stürmerin Tina Evers setzte den Puck viermal (28./34./43./53.) in die Maschen. Die
weiteren Torschützinnen waren Laila Dekmeijere (46.) für Wiehl sowie Julia Wierscher
(7.), Christina Matz (24.) und Nina Gall (58.) für Hannover.
Grefrather EV - Mannheimer ERC 1:6 (0:1, 1:0, 0:5) - Das eigentliche Spitzenspiel im
Norden fand etwas weiter westlich zwischen Grefrath und Mannheim statt. Obwohl beide schon
vorher sicher in der Endrunde standen, hatte die Partie wegen der mitgehenden Punkte
große Bedeutung. Über zwei Drittel hielt das knappe Ergebnis die Zuschauer in Atem und
beide Mannschaften hatten noch den ersten Tabellenplatz im Visier. Im Schlußgang jedoch
brach über die Gastgeberinnen eine in dieser Saison noch nicht gekannte Torflut herein.
Maritta Becker (44.), Anja Scheytt (47.), zweimal Kerstin Fischer (48./55.) und Natascha
Schaffrik (57.) schossen den unerwartet hohen Erfolg heraus. Zuvor brachte Anja Scheytt
(12.) Mannheim in Führung, die Miriam Thimm zum zwischenzeitlichen 1:1 (22.) ausgleichen
konnte. Die Überlegenheit in den Schlußminuten ist um so erstaunlicher, wenn die
Mannschaftsaufstellungen betrachtet werden. Mannheim verfügte nur über ein
Minimalaufgebot, während Grefrath, zwar auf Birgit Lisewski und Iris Heußen verzichten
mußte, aber dennoch 21 Spielerinnen aufbieten konnte. MERC-Trainer Danilo Valenti hatte
natürlich nichts auszusetzen: "Mit diesem Spiel, aber auch mit der gesamten Vorrunde
bin ich sehr zufrieden. Wir haben bewiesen, daß man auch mit einem kleinen Kader etwas
erreichen kann."
20.12.1998
Hinrunde der Damen-Bundesliga beendet - Jubel und Enttäuschung prägten den letzten
Spieltag
Tränen, Jubel und Enttäuschung gab es am letzten Spieltag der Hinrunde der Bundesliga
Nord und Süd. Zu den Siegern können sich der TuS Geretsried und der Mannheimer ERC
zählen. Beide Teams stellen den Süd- bzw. Nord-Meister der Saison 1998/99. Geretsried
verdrängte am letzten Spieltag mit einem, vielleicht in dieser Höhe nicht erwarteten,
7:0-Heimsieg, Planegg-Würmtal von der Tabellenspitze und festigte mit einem 8:0-Erfolg im
letzten Spiel der Hinrunde in Königsbrunn noch die Position mit zwei Punkten Vorsprung
gegenüber Planegg/Würmtal. Augsburg, das im letzten Spiel der Hinrunde den amtierenden
Meister Esslingen mit 9:1 besiegte, belegt Rang Drei und qualifizierte sich nach einer,
mit Höhen und Tiefen durchwachsenen Hinrunde, auch für die Endrunde. Die Relegation im
Süden bestreiten Königsbrunn, Memmingen und Esslingen - und mit Sonthofen, Landshut und
Kornwestheim dürfte die Aufstiegsrunde zur Bundesliga Süd genauso spannend werden, wie
die Endrunde, die in ca. 9 Wochen die Teilnehmer der 16. Deutschen Meisterschaft stellt.
Während der Süden eigentlich genau in den gestellten Erwartungen blieb und vor dem
letzten Spieltag der Hinrunde Memmingen noch den Hauch einer Chance auf eine
Endrundenteilnahmen verspielte und die somit Endrundenbelegung (Geretsried, Planegg/W. und
Augsburg) festigte, blieb es in allen Belangen in der Bundesliga Nord spannend.
Grefrath lag einen Spieltag vor Ende der Hinrunde mit einen Punkt Vorsprung vor Mannheim
an der Spitze in der Nord-Gruppe und hatte die Möglichkeit, mit einen Sieg im letzten
Hinrundenspiel gegen Mannheim Nord-Meister zu werden. Zudem konnte Wiehl im Heimspiel, mit
einem Punkt Vorsprung gegenüber Berlin, gegen Hannover sich als Dritter die
Endrundenteilnahme sichern und das sogar bei einem Unentschieden. Aber der Norden bewies
erneut seine Ausgeglichenheit der Mannschaften und es kam so, wie es eigentlich nicht
hätte kommen sollen/dürfen. Grefrath, nach zwei Auswärtserfolgen in Berlin und
Weißwasser mußte sich mit 6:1 gegen Mannheim geschlagen geben und verlor damit nicht nur
die Tabellenführung, sondern auch 4 Plus-Punkte für die Endrunde. Warum? Wiehl, letzte
Woche noch in Mannheim erfolgreich, verspielte daheim gegen den Tabellen-Fünften Hannover
mit einer, mehr als unerwarteten, 4:7-Niederlage die Endrundenteilnahme, da Berlin
gleichzeitig beim Nord-Konkurrenten Weißwasser mit 5:1 punktete und mit einem Punkt
Vorsprung, sich vor Wiehl qualifizierte. Die Niederlage Wiehls bedeute für Grefrath
gleichzeitig (nach zwei Siegen gegen Wiehl), das Sie nicht mit den erwarteten vier,
sondern nur mit zwei Pluspunkten (ein Sieg und eine Niederlage gegen Berlin) in der
Endrunde starten. Mannheim steht mit 7:2 Punkten schon mit einem Bein für die
Meisterschaftsrunde fest, genauso wie Geretsried mit 6:2 Punkten. Nach der Dominanz von
Geretsried und Planegg/W. im Süden, darf man nun gespannt sein, auf den direkten
(Leistungs-)Vergleich mit den Teams der Nord-Runde.
Wie im Süden, wird es auch im Norden in der Relegation bestimmt mehr als spannend
zugehen. Die Zwischenrunde Nord stellt mit Frankfurt und Bergkamen zwei Gegner, die beste
Aussichten auf eine Bundesligateilnahme in der nächsten Saison haben. Zudem wird mit
Darmstadt oder Moers (mir liegen noch nicht alle Ergebnisse und damit die Entscheidung der
Teilnahme vor!) den Bundesligisten Wiehl, Hannover und Weißwasser ein weiterer
potentieller Gegner gegenübergestellt (alle vier genannten Teams der Zwischenrunde Nord
bewiesen bisher ein ziemlich ausgeglichenes Kräfteverhältnis das Bundesligatauglichkeit
hat), der die Relegationsrunde genauso ausgeglichen und interessant macht, wie die Runde
im Süden!
Der Punktestand für die Endrunde der Damen-Bundesliga:
Mannheimer ERC 7:1 Punkte
TuS Geretsried 6:2 Pt.
ESC Planegg/Würmtal 4:4 Pt.
OSC Berlin 3:5 Pt.
Augsburger EV 2:6 Pt.
Grefrather EV 2:6 Pt.
Manchmal kommt es anders, meistens als man denkt.....
Begünstigt durch den Spielausfall von Mannheim gegen Weißwasser und der Heimniederlage
des Vizemeisters gegen Wiehl, konnte Grefrath eine Woche das Gefühl Tabellenführer der
Bundesliga Nord zu sein genießen. Mit zwei Siegen am vergangenen Wochenende in Berlin und
Weißwasser hatten sich die Power-Panther bereits für die Endrunde qualifiziert und der
Wiehler Sieg über Mannheim versprach zudem eine gute Ausgangsposition für die Endrunde.
Niemand in Grefrath zweifelte ernsthaft mit dem scheitern Wiehls gegen Hannover und
wähnte sich neben Mannheim mit Wiehl in der Endrunde. Zwei Siege gegen Wiehl versprachen
zudem Grefrath bereits vier Plus-Punkte für die Endrunde und zwei weitere gegen Mannheim
sollten dazukommen. Es kam alles anders und die Bundesliga Nord bewies wieder zu Recht,
das jede Wetteinlage zum scheitern verurteilt war! Wiehl verlor gegen Hannover, Berlin
punktete erwartungsgemäß in Weißwasser und konnte sich dadurch mit einem Punkt
Vorsprung vor Wiehl für die Endrunde qualifizieren. Für Grefrath bedeutete dies, nur
zwei Plus-Punkte (Auswärtssieg und Heimniederlage gegen Berlin) und somit war ein Sieg
gegen Mannheim einfach Pflicht (der zudem den Titel des Nord-Meisters garantiert hätte!).
Vom Papier her sprach alles für Grefrath - ein Kader von 21 Grefrather Spielerinnen gegen
11 Mannheimer Spielerinnen, die nach Abzug der Torfrau gerade zwei Blöcke aufbieten
konnten, ließen auf den ersten Blick einen Vorteil der Power-Panther erkennen. Aber
Quantität ist nicht gleich Qualität. Dies machte sich auch an diesem Wochenende in
Grefrath bemerkbar. Mannheim, weitaus spielfreudiger als bei der Heimniederlage gegen
Wiehl, setzte die Grefratherinnen von Spielbeginn an unter Druck. Mit den
Nationalspielerinnen Maritta Becker, Anja Scheytt und Natascha Schaffrik, die zur Creme
dela Creme der Bundesliga zählen, hatte Grefrath mehr als nur Probleme. Zudem
mußten die Power-Panther auch noch auf die Stürmerinnen Birgit Lisewski und Iris Heußen
verzichten und die erfahrenste Stürmerin Stefanie Pütz bekam die Rolle des
Sonderbewachers gegen Deutchlands beste Angreiferin Maritta Becker zugesprochen. Diese
Aufgabe gelang ihr hervorragend - doch fehlte sie dadurch der Mannschaft entscheidend im
Angriffsspiel und kam somit nicht zur gewohnten Entfaltung. Mannheim begeisterte die
Zuschauer mit einer spielerischen Glanzvorstellung und einem 6:1 (1:0, 0:1, 5:0)-Erfolg in
Grefrath, hatte aber in den ersten zwei Dritteln bis auf einen Treffer keinen weiteren
zählbaren Erfolg vorzuweisen, das durchweg Grefraths Nationaltorhüterin Esther Thyßen
zu verdanken war. Dennoch war gerade Sie machtlos am 1:0-Treffer Mannheims. Alleingelassen
von ihren Vorderleuten konnte Sie zwar einen Schuß von Patrizia Heitzmann abwehren, den
sofortigen Nachschuß von Maritta Becker parierte Esther Thyßen auch noch - aber immer
noch ungehindert gelang dann Anja Scheytt (12.) im zweiten Nachschuß den Puck zum 1:0 im
Netz zu versenken. Mannheim blieb von da an spielerisch überlegen, hatte aber gegen eine
beeindruckende kämpferische Leistung Grefraths weniger Spielraum als gewohnt. Mannheim
blieb am Drücker, ermöglichte damit aber Grefrath einige Konterchancen die irgendwie
immer an Nadine Spanihel im Mannheimer Tor scheiterten. Melanie Wedershofen, Nancy von der
Linden, Michaela Kiefer und Miriam Thimm bekamen das zu spüren, ihre Schüsse waren aber
auch nicht zwingend genug um die Ex-Nationaltorhüterin zu bezwingen. Dennoch war Miriam
Thimm die entscheidende Spielerin, die Hoffnug ins Grefrather Spiel brachte. In der 22.
Minute zog sie ab und der Torjubel brach schon aus. Aber es wurde weiter gespielt und eine
nicht ganz klare Situation vor dem Kasten von Nadine Spanihel brachte erneut
Einschußmöglickeiten für Grefrath. Diese erweckten den Eindruck eines Treffers und die
Schiedsrichter entschieden wenige Sekunden später, trotz heftiger Proteste der Mannheimer
Spielerinnen, auf Tor. Welcher Schuß letztendlich saß, blieb von Außen nicht zu
klären. Miriam Thimm wurde der Treffer zugesprochen, ob es der erste Schuß oder ein
evtl. Nachschuß war - das blieb offen! Vorher hatten die Schiedsrichter bereits einen
möglichen Mannheimer Treffer aberkannt und auch Grefrath traf die selbe Entscheidung! Mit
dem Ausgleich wurden auch neue Kräfte bei Grefrath freigesetzt, die schon im zweiten
Drittel das Spiel kippen konnten. Ein offener Schlagabtausch zwischen Mannheim und
Grefrath fand statt und hielt, trotz optischer Mannheimer Überlegenheit, eine
Entscheidung für beide Seiten offen. Mit Spannung erwarteten die Zuschauer das letzte
Spieldrittel, denn mit zwei Mannheimer Blöcken erwarteten sie einen leichten
konditionellen Einbruch des Vizemeisters. Aber weit gefehlt - in der 44. Minute, beide
Mannschaften saßen eine Strafzeit ab, gelang Maritta Becker in der 4:4-Situation ihr wohl
spielendscheidender Treffer zur Mannheimer 2:1-Führung. Grefraths Trainer Edgar Teuber
sah in diesem Moment schon die Felle davonschwimmen und stellte seine Reihen um - leider
glücklos, denn bereits drei Minuten (47.) später pennte die gesamte Grefrather Abwehr
und Anja Scheytt war erneut zur Stelle, um die Vorlage von Maritta Becker zum 3:1 zu
verwandeln. Nun war Chaos pur in Grefraths Reihen angesagt und Kerstin Fischer (48.)
erhöhte nach einem beeindruckenden Zusammenspiel mit Patrizia Heitzmann und dem
14jährigen Mannheimer Nachwuchstalent Lena Gratzl sogar auf 4:1 für Mannheim. Was auf
diesen Treffer folgte, war eine Gala-Vorstellung des ERC Mannheim. Ein um das andere Mal,
mußte Grefrath erkennen, das an diesem Abend Mannheim einfach eine spielerische Klasse
besser war und so verwunderte es auch niemanden mehr im Stadion, das in der 55. Minute
Kerstin Fischer erneut traf. Was den Zuschauern aber sauer aufstieß, war der erfolgte
Doppelschlag nur kurz darauf später. Grefrath hatte im letzten Drittel den Mannheimer
Angriffen nichts mehr entgegenzusetzen und ein Eigentor (57. - Natascha Schaffrik
zugesprochen) ließ Esther Thyßen vollends verzweifeln. Desolat war die Grefrather
Abwehrleistung im letzten Drittel, das aber keineswegs die meisterliche Vorstellung
Mannheims in Grefrath schmälern soll. Anja Scheytt meinte nach dem Spiel: "Von den
Chancen her gesehen, hätten wir schon im ersten Drittel alles klar machen müssen."
Dem schließ sich Mannheims Mannschaftsführer Steffen Pfreundschuh bedingungslos an.
Maritta Becker zeigte sich nach dem Spiel äußerst zufrieden erwähnte aber noch einmal,
welch Kraftaufwand nötig war, mit zwei Blöcken das Spiel zu bestreiten und lobte ihre
Mitspielerinnen, die wie Sie einen enormen Kräfteverschleiß auf sich nahmen und dennoch
zu überzeugen wußten!