Deutsche Meisterschaft 1998/99
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20./21.02.1999 in Geretsried
Heinz-Schneider-Eisstadion

Quelle: Deutsches Dameneishockey


Grußwort des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber
Als Schirmherr der diesjährigen Deutschen Meisterschaft im Dameneishockey heiße ich die Teilnehmerinnen, Betreuer und Fans in Geretsried herzlich willkommen. Ihnen allen wünsche ich einen fairen und spannenden Wettkampf zwischen den vier besten "Frauschaften" des deutschen Eishockeys.
Flitzende Pucks, blitzschnelle Verständigung zwischen den Spielern, hohes Spieltempo durch den raschen Wechsel zwischen Abwehr und Angriff und nicht zuletzt gut gepolsterte Hünen bestimmen das landläufige Image des Eishockeys. Das Mannschaftsspiel auf Schlittschuhen gilt vielen als Sport für harte Männer, die sich mit ganzer Kraft ins Getümmel stürzen und im schnellen Duell auf dem Eis keinen Bodycheck auslassen.
Da ist es kein Wunder, daß Mädchen und Frauen, die gerne Eishockey spielen, nicht gerade einen leichten Stand haben. Das liegt nicht an fehlenden sportlichen Fähigkeiten, denn seit mehr als einem Jahrhundert beweisen Frauen, daß sie genauso sicher mit Schläger und Puck umgehen können wie die Männer. Entscheidend für die männliche Dominanz im Eishockey wie auch in vielen anderen Sportarten sind vielmehr gängige Vorurteile, die immer noch festlegen, was "typisch weiblich" ist. Um so größeren Respekt verdient das Engagement selbstbewußter junger Frauen, die 1984 gegen so manche skeptische Stimme die Veranstaltung der ersten offiziellen Deutschen Meisterschaft im Dameneishockey durchsetzen konnten. Seit Jahren verzeichnet diese attraktive und anspruchsvolle Sportart nun schon einen erfreulichen Zulauf junger Spielerinnen, die sich ihr sportliches Vergnügen nicht durch traditionelle Rollenzuschreibungen einschränken lassen. Wenn es heute in Deutschland über 2000 organisierte weibliche Aktive und eine vielversprechende National"mann"schaft gibt, zeigt das auch, daß in unserer Gesellschaft die Gleichberechtigung von Frauen und Männern kein fernes Ziel mehr ist. Zusammen mit allen Eishockeyspielerinnen und ihren Fans hoffe ich daher auch auf eine Qualifizierung des deutschen Damenteams für das nächste olympische Turnier im Jahr 2002
Das deutsche Dameneishockey hat sich für die nächsten Jahre viel vorgenommen. Der Meisterschaftskampf in Geretsried soll einmal mehr unter Beweis stellen, was unsere Eishockeydamen an technischem Können, körperlichen Geschick und Spielfertigkeit zu bieten haben. Auf dem Weg in eine sportlich erfolgreiche Zukunft begleiten sie meine besten Wünsche.



Liebe Eishockey-Freunde,
in diesem Jahr wird die Deutsche Meisterschaft vom TuS Geretsried ausgerichtet. Der TuS Geretsried hat sich durch die zweimalige Organisation eines Länderspiels für den DEB, darunter auch das erste Spiel der Damen-Nationalmannschaft am 3.12.88 gegen die Schweiz, als Veranstalter empfohlen, so daß der DEB gerne die Bewerbung um die Ausrichtung einer Deutschen Meisterschaft angenommen hat.
An Deutschen Meisterschaften hat der TuS Geretsried bereits 7 Mal teilgenommen und dabei u.a. 4 Mal den dritten Platz erreicht. Der Einzug ins Finalspiel gelang bisher nur einmal. 1994 feierten die Moskitos in Darmstadt den größten Erfolg in ihrer Vereinsgeschichte, als sie in einem außerordentlich hochklassigen und spannenden Endspiel den Mannheimer ERC trotz eines 2:4 Rückstands fünf Minuten vor Spielende doch noch mit einem 5:4-Sieg in der Verlängerung niederrangen und Deutscher Meister wurden.
In diesem Jahr kann es zu einer Wiederholung der Endspielpaarung von 1994 kommen, bei gleichem Ausgang hätte Geretsried sicherlich nichts dagegen. Mannheim und Geretsried haben die Vorrunden Nord und Süd gewonnen und führen zur Zeit punktgleich die Tabelle der Endrunde an. Allerdings sind auch die anderen Teilnehmer der Endrunde nicht zu unterschätzen, die den beiden Favoriten schon den ein oder anderen Punkt abgenommen haben. Für eine spannende Deutsche Meisterschaft ist auf alle Fälle gesorgt.
In diesem Sinne wünsche ich den Zuschauern ein interessantes Turnier, den Organisatoren einen reibungslosen Ablauf und den Spielerinnen spannende und faire Spiele um die Deutsche Meisterschaft.
(Deutscher Eishockey-Bund e.V. - Andreas Lauer, Ligenleiter Damen)

 

 Teilnehmer :


TuS Geretsried - Mannheimer ERC - ESC Planegg/Würmtal - OSC Berlin-Schöneberg


Samstag, 20.02.1999 15:00 Uhr TuS Geretsried - OSC Berlin-Schöneberg 7:1 (2:0, 4:0, 1:1)
Halbfinals : 18:00 Uhr Mannheimer ERC - ESC Planegg/Würmtal 5:1 (2:0, 2:1, 1:0)
Sonntag, 21.02.1999 12:00 Uhr OSC Berlin-Schöneberg - ESC Planegg/Würmtal 0:4 (0:1, 0:2, 0:1)
Spiel Platz 3 / Finale : 15:00 Uhr TuS Geretsried - Mannheimer ERC 4:6 (0:1, 0:2, 4:3)


17:30 Uhr - Siegerehrung



Gratulation dem Deutschen Meister 1998/99

Deutscher Meister 1998/99 MERC

Mannheimer ERC

All-Star-Team:
Nadine Spanihel (Tor - MERC), Nina Linde (Verteidigung - ESC), Michaela Lanzl (Sturm - TuS)
Fair-Play-Pokal: OSC Berlin-Schöneberg


 Spielkommentare :


Titelgewinn ist "sehr realistisch"
Trainer Johann Oswald spricht über die Meisterschafts-Chancen der Moskitos

Am Wochenende greifen die Moskitos des TuS Geretsried nach der Krone im deutschen Damen-Eishockey. Als Gastgeber und dominierendes Team in der Bundesliga-Runde gelten die Geretsriederinnen als Titel-Favorit. Unser Mitarbeiter Winfried Frohnapfel sprach mit Trainer Johann Oswald über die Aussichten.
ILB: Herr Oswald, Sie wollen mit Ihrem Team Deutscher Meister werden. Wie realistisch sehen Sie die Möglichkeiten der Moskitos, den Titel zu holen?
JO: "Die Chancen waren noch nie so groß wie in diesem Jahr. Den Titel zu holen, ist für uns heuer sehr realistisch."
ILB: Die Moskitos haben bislang eine tolle Saison hingelegt und nur zwei Spiele in der Finalrunde verloren. Wie ist dieser Leistungsaufschwung zu erklären?
JO: "Die Mannschaft hat große Fortschritte gemacht, nicht zuletzt deshalb, weil sie im großen und ganzen seit vielen Jahren so besteht, wie sie jetzt ist. Die Neuzugänge und die aufgerückten Nachwuchsspielerinnen haben sich inzwischen auch gut eingespielt. Im Vergleich zu anderen Klubs hat sich unser Team nie grundlegend geändert. Claudia Strobl, Rosi Strobl, Gabi Sindlhauser, Andrea Weißbach, Andrea Rieger, Manuela Hirt und Christina Oswald standen schon in der Mannschaft, die 1994 die Deutsche Meisterschaft nach Geretsried geholt hat. Zudem haben sich Spielerinnen wie Patricia Stowasser und Christine Berndaner und natürlich Michaela Lanzl enorm gemacht. Die Verbesserung ist aber auch auf die gute Zusammenarbeit mit meinem Co-Trainer Frank Haubennestel zurückzuführen."
ILB: Sie haben immer wieder die viel zu kurzen Trainingszeiten der Moskitos im Geretsrieder Eisstadion beklagt. Offensichtlich hat es doch gereicht...
JO: "Ja, weil fast alle Spielerinnen noch andere Trainingsmöglichkeiten suchen und diese auch nutzen. Zum Beispiel machen sie beim Jugendtraining mit oder bei den Alten Herren."
ILB: Mit Michaela Lanzl, Sabrina Kruck, Christine Berndaner, Franziska Reindl und Patricia Stowasser haben Sie junge, hoffnungsvolle Kräfte im Team. Diese Spielerinnen, könnten die Damen-Nationalmannschaft zu den Olympischen Spielen 2002 führen. Stehen Sie mit Bundestrainer Rainer Nittel in Kontakt?
JO: "Das Verhältnis zum Bundestrainer ist sehr gut, wir sprechen regelmäßig miteinander. Sicher hat nicht jede Spielerin immer ihren besten Tag, wenn Nittel gerade mal zusieht. Aber der Bundestrainer erkennt sicher, daß die Mädchen großes Talent haben."
ILB: Halten Sie den bisherigen Austragungsmodus -Vorrunde und Finalrunde der besten vier Mannschaften- für richtig, oder würden Sie eine andere Form vorziehen?
JO: "Die Praxis der Vorrunde und Endrunde ist okay. Das Endturnier sollte meiner Meinung nach anders gestaltet werden. Zum Beispiel mit sechs Mannschaften in zwei Gruppen, denn beim jetzigen Modus besteht die Gefahr, daß man Weg vom Fenster ist, wenn man nur ein Spiel, das Halbfinale, verliert."
ILB: Mit dem Finale der Meisterschaft geht die Saison für die Moskitos zu Ende. Wie sieht Ihre Planung für die kommende Saison aus, wird das Moskitos-Team zusamenbleiben?
JO: "Aus beruflichen Gründen werde ich als Trainer die Mannschaft nicht mehr unterstützen können. Aber das Team wird wohl auch ohne mich so zusamenbleiben." (Isar - Loisachbote)



Mannheimer ERC schafft sensationellen Titelgewinn
- Großer Favorit TuS Geretsried scheitert am großen Erwartungsdruck -

[S.K.] Der Mannheimer ERC ist neuer Titelträger bei den Damen. Durch einen hochverdienten 6:4-Endspielerfolg über den TuS Geretsried gelang den Baden-Württembergerinnen nach 1988, ’90 und ’92 der vierte Titelgewinn. Dritter wurde mit einem 4:0 über Berlin der ESC Planegg-Würmtal. In den Halbfinals setzte sich Geretsried gegen Berlin mit 7:1 durch Mannheim gewann 5:1 über Planegg-Würmtal.
TuS Geretsried – OSC Berlin-Schöneberg 7:1 (2:0, 4:0, 1:1) - Ohne das große Nervenflattern lösten die "Moskitos" aus Geretsried ihre Halbfinalaufgabe gegen Berlin. Begünstigt durch zwei schnelle Tore von Christina Oswald (6.) und Andrea Weißbach (8.) ließ der Meisterschaftsausrichter den OSC von Anbeginn kaum ins Spiel kommen und diktierte das Spiel fast nach Belieben. Berlin hatte in der Defensive viel Arbeit zu verrichten und kam nur gelegentlich zu eigenen Angriffen. Die größte Möglichkeit vergab Claudia Grundmann (19.) kurz vor der Pause. Nach dem Wechsel schied OSC-Neuzugang Cathrin Junker verletzt aus und Geretsried erhöhte seinen Druck nochmals. Zunächst scheiterten Christine Berndaner und Sabrina Kruck (bd. 26.) in einem Überzahlspiel, während Sandra Kinza von der Strafbank kommend für Berlin ebenfalls nicht traf. Damit war Berlins große Chance das Spiel spannend zu machen vertan. Fortan rollte Angriff auf Angriff in Richtung OSC-Kasten. Nadine Marquardt (29.) und Christina Oswald (32.) sorgten mit ihren Toren schnell für die endgültige Entscheidung, bei denen Tanja Jakupovic, wie schon bei den ersten Toren, einen unsicheren Eindruck hinterließ. Zwar verteidigte Berlin das eigene Drittel mit viel Engagement, allein es war diesmal zu wenig, um Geretsried aus dem Konzept zu bringen. So erhöhte Michaela Lanzl noch bis zum letzten Wechsel im Doppelpack (34./37.) bis auf 6:0. Der Schlußgang war Formsache. Rosi Strobl (49.) und Jenny Friede (57.) trafen für jedes Team einmal. Geretsried tat nur mehr das nötigste, hatte aber das Spielgeschehen jederzeit im Griff. Neben den Routiniers Christina Oswald und Andrea Weißbach sowie Toptalent Michaela Lanzl spielten sich mit Sabrina Kruck und Christine Berndaner zwei junge Verteidigerinnen in den Vordergrund. Dagegen konnte Berlin,ohnehin mit großem Leistungsgefälle innerhalb der Mannschaft, die verletzungsbedingten Ausfälle im Vorfeld (Romy Hübner) und im Spiel (Cathrin Junker) nicht kompensieren und hatte das Problem, daß viele Leistungsträgerinnen die Form der letzten Wochen nicht erreichten.
Mannheimer ERC - ESC Planegg-Würmtal 5:1 (2:0, 2:1, 1:0) - Wesentlich ausgeglichener lief das zweite Halbfinale ab, wenngleich der MERC am Ende ähnlich deutlich triumphierte. Bis zur 26. Spielminute hielten sich die Spiel- und Chancenanteile die Waage, tendenziell sogar mit leichten Vorteilen für Planegg-Würmtal. Doch der gefälligen Spielweise von Planegg stand eine katastrophale Chancenverwertung gegenüber. Entweder scheiterten Sandra Rumswinkel (3./15.), Bettina Aumüller (6.), Pia Pietrowski (11.) und Kirstin Kühnhackl (13.) völlig freistehend an MERC-Goalie Nadine Spanihel, oder aber man brachte den Puck nicht einmal an der liegenden Torhüterin (Sandra Rumswinkel / 13.) vorbei und schoß übers Tor. Als dann Sandra Rumswinkel (23.) endlich traf, war es nur der Anschlußtreffer zum 1:2, weil der MERC seine Angriffe wesentlich konsequenter abschloß. Anja Scheytt tauchte zweimal (7./18.) vor dem Tor auf und legte den Puck in die Maschen. Ansonsten parierte auch Planeggs Goalie Rosi Settele alle Schüsse und hatte bei einem Pfostenknaller (6.) von Maritta Becker auch das Glück auf ihrer Seite. Mitte der Spielzeit war es dann mit dem Planegger Glück vorbei. Eine zumindest zweifelhafte Wechselstrafe nutzte Maritta Becker per Bauerntrick zum 3:1 (30.) und nach zwei weiteren MERC-Pfostentreffern erhöhte Anja Scheytt wiederum in Überzahl auf 4:1 (35.). Spätestens jetzt war Planegg von der Rolle. Während Mannheim sicher in der Defensive stand, verloren die Angriffe von Planegg zusehend an Präzision. Der finale Paß blieb aus und so konnte Planegg, von wenigen Aktionen abgesehen, keine große Gefahr mehr ausstrahlen. Dagegen blieb Mannheim über sein Angriffsduo Anja Scheytt / Maritta Becker stets gefährlich und hatte in Kapitän Natascha Schaffrik eine überragende Führungspersönlichkeit auf dem Eis. Sie hielt die Abwehr zusammen und ging kaum vom Eis.
Spiel um Platz 3: ESC Planegg-Würmtal – OSC Berlin-Schöneberg 4:0 (1:0, 2:0, 1:0) - Das Spiel um Platz 3 begann recht flott, verlor aber bereits Ende des 1. Drittels an Niveau. Da auf beiden Seiten fast alle zur Verfügung stehenden Spielerinnen zum Einsatz kamen, wirkten die Aktionen ohne klare Linie und bisweilen ging es recht nicklig zu. Aufbauend auf seine bekannten Säulen Sandra Rumswinkel, Bettina Aumüller und Nina Linde kam Planegg zu der Vielzahl der Chancen und gewann völlig verdient mit 4:0. Bettina Aumüller (11./43.), Isabel Jonas (23.) und Sandra Rumswinkel (35.) sicherten mit dem Bronzemedaillienplatz den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.
Endspiel: TuS Geretsried – Mannheimer ERC 4:6 (0:1, 0:2, 4:3) - Das Endspiel war nicht nur eine Frage der spielerischen Klasse und der Taktik, sondern auch der Nerven. Wer die Trümpfe in der Hand hielt, blieb zumindest im ersten Drittel noch im verborgenem, weil zwei gänzlich verschiedene Systeme aufeinandertrafen, die beide hoffnungsvolle Ansätze zum Erfolg offenbarten. Die klar favoristierten "Moskitos" versuchten über viel Angriffsdruck zum Erfolg zu kommen und hatten auch ohne Frage die wesentlich größeren Spiel- und Chancenanteile. Jedoch endeten alle Bemühungen bei MERC-Goalie Nadine Spanihel, die zu sensationeller Form auflief. Fast schon schwedisch unterkühlt agierte der Mannheimer ERC. Cool die Defensiveaufgaben verrichtend, einen offenen Schlagabtausch meidend, setzte Mannheim auf schnelle Konter und konnte sich zudem auf sein Überzahlspiel verlassen. Diesem entsprang auch prompt die 1:0-Führung durch Miriam Graf (11.). Mit diesem Spielstand wechselte man die Seiten und zu Beginn des zweiten Drittels änderte sich am Spielcharakter nicht viel. Geretsried griff fortwährend an, versuchte auch mit vielen Schüssen Druck auf das MERC-Tor auszuüben, brachte aber die kleine Hartgummischeibe nicht über die Torlinie. Ungleich effektiver spielte da schon Mannheim. Maritta Becker schloß jeden Angriff mit einem fulminanten Schlagschuß ab und wenn sich die Räume boten, ging sie auch bis vors Geretsrieder Tor. Ihr 2:0 (24.) im Nachschuß und vor allem das 3:0 (36.), als sie mit einem kurzem Antritt die TuS-Abwehr überlief, sorgten für die vermeintliche Entscheidung. Einige "Moskitos" waren nun ziemlich verunsichert, zumal sich ihre große Hoffnungsträgerin Michaela Lanzl einer klettenhaften Sonderbewachung durch Nationalmannschaftskollegin Anja Scheytt gegenübersah. Als in der 43. Minute Anja Schnetz gar auf 4:0 erhöhte, war Mannheim schon im Gedanken bei der Siegesfeier und kassierte prompt innerhalb von sieben Sekunden zwei Gegentore durch Wiltrud Schmid und Michaela Lanzl (bd. 44.). Und wer weiß was passiert wäre, wenn Micheala Lanzl bei ihrem Solo (46.), als sie selbst Nadine Spanihel noch austanzte, den Puck aus spitzem Winkel zum Anschlußtreffer im Tor untergebracht hätte. So aber blieb Mannheim der Zwei-Tore-Vorsprung und Maritta Becker konnte wie später noch Anja Scheytt mit zwei unglaublichen Toren die Meisterschaft endgültig nach Mannheim schießen. Bezeichnenderweise half Geretsried beide Male kräftig mit. Maritta Becker (49.) traf aus etwa 45 Metern, worauf TuS-Goalie Manuela Hirt entnervt ihren Kasten verließ, und Anja Scheytt (57.) konnte relativ unbedrängt bei 3:5-Unterzahl ihren Angriff mit einem Tor abschließen. Die kämpferische Einstellung der quot;Moskitos" war aber lobenswert. Die Treffer zum 3:5 durch Nadine Marquardt (56.) und 4:6 von Andrea Weißbach (58.) waren daher auch redlich verdient. Insgesamt versuchte Geretsried sicherlich alles, machte aber zu viele Fehler, um gegen die ohne Schwachpunkte auftretende Mannheimerinnen zu siegen. Es ist auch bezeichnend das bei Geretsried mit Sabrina Kruck und Christine Berndaner zwei junge Spielerinnen zu den Besten gehörten, während Michaela Lanzl oftmals einfach allein auf weiter Flur stand und somit kaum dauerhaft für Erfolg sorgen konnte. Dagegen waren bei Mannheim alle Spielerinnen in der Lage die Anweisungen von Trainer Danilo Valenti umzusetzen und die vier großen MERC-Stars Natascha Schaffrik, Maritta Becker, Anja Scheytt sowie Goalie Nadine Spanihel spielten an den beiden Finaltagen ohnehin eine Klasse besser als die Konkurrenz. Meistertrainer Danilo Valenti war dann auch vollauf zufrieden: "Der Erfolg ist höher zu bewerten, wie jede andere Meisterschaft der MERC-Damen. Was wir uns vorgenommen haben, wurde umgesetzt. Es war ein Triumph des Willens." Für ihn war es genauso sein letztes Spiel, wie für "Moskitos"-Coach Johann Oswald, der ebenso gern mit der Meistertrophäe sein Traineramt beendet hätte. "Die Mannschaft wollte unbedingt Meister werden, aber Mannheim hat die entscheidenden Tore erzielt. Das muß man akzeptieren und Mannheim gratulieren. Wichtiger ist, daß die Finalspiele einen großen Zuspruch hatten." Zu seinem Ausscheiden meinte er ganz Sportsmann: "Man muß wissen wann die Zeit gekommen ist um aufzuhören."
Vom sportlichem Mißgeschick einmal absehen, konnte sich der TuS Geretsried für die Organisation und den Ablauf der Finalspiele dennoch als Gewinner fühlen. Die Veranstaltung lief ohne Probleme ab und der große Zuschauerzuspruch und das Medieninteresse überraschten selbst Chef-Organisator und "Moskitos"-Mannschaftsleiter Adolf Fuchs. Er bekam damit die beste Bestätigung mit seinen Mitstreitern Helmut Lanzl und Peter Harting sowie der Eissportabteilung des TuS in der Vorbereitung alles richtig gemacht zu haben. Für Geretsried war es nach der 1. Damen-Länderspiel am 02.12.1988 gegen die Schweiz und einer weiteren internationalen Begegnung mit Rußland im November ’97, die dritte große Veranstaltung im Damen-Eishockey.
(Sven Kuschel - Eishockey-News)



Umschwärmte TuS-Moskitos - 7:1 über Berlin, Fans feiern den Finaleinzug
Erstmals in der Vereinsgeschichte hat der TuS Geretsried ein Finalturnier um die Deutsche Meisterschaft im Damen-Eishockey ausgerichtet. Mit viel Mühe und großem organisatorischen Aufwand avancierte die zweitägige Veranstaltung zu einem vollen Erfolg. Rund 800 Zuschauer , davon 671 zahlende, sahen am Samstag die beiden Halbfinals. Große Freude herrschte vor allem über den klaren 7:1-Erfolg der Geretsrieder Moskitos über den OSC Berlin, der die Endspielteilnahme bedeutete. Die Geretsriederinnen gingen gegen Berlin als klare Favoriten ins Rennen. Allerdings hatten die Moskitos zum Abschluß der Punkterunde in Berlin sensationell mit 2:4 verloren, wodurch die OSC-Damen statt Grefrath in die Endrunde rutschten. Weitere Einschränkungen: Erst zweimal war es dem gastgebenden Klub gelungen, sich auch den Titel zu sichern: 1987 gewannen die EHC Eisbären Düsseldorf, 1997 die ESG Essligen. Doch die Truppe von Johann Oswald und Frank Haubennestel ließ keinen Zweifel daran, daß sie ins Finale wollte. Immer wieder angetrieben von Spielführerin Christina Oswald und Supertalent Michaela Lanzl sorgte der TuS für Gefahr vor dem OSC-Kasten. Je zweimal Oswlad und Lanzl sowie Tore von Nadine Marquardt, Andrea Weissbach und Rosi Strobl sorgten bis zur 49. Minute für einen komfortablen 7:0-Vorsprung. Im Gefühl des sicheren Erfolges steckten die Gastgeberinnen etwas zurück. Leidtragende war TuS-Torfrau Manuela Hirt, die in der 57. Minute noch einen Gegentreffer hinnehmen mußte und damit einen "shutout" verpaßte. Das sei zwar schade, sagte die Torsteherin nach dem Abpfiff, "aber in erster Linie zählt der Sieg. Wenn man im ganzen Spiel nur vier oder fünf Schüsse kriegt, dann ist man kalt". Hochzufrieden war Moskito-Kapitän Christina Oswald, die bereits seit acht Jahren in Geretsried spielt und mehr als 100 Länderspiele bestritten hat. "Wir haben so gespielt, wie wie es uns vorgenommen hatten. Nur ab und zu hat es nicht so geklappt. Aber wir haben gewonnen und das ist das wichtigste." Mutig fügte die 25jährige hinzu: "Am Sonntag überschreiten wir die Ziellinie." Zur Spielerin des ersten Halbfinales wurde Michaela Lanzl gewählt, die gestern ihren 16. Geburtstag feierte. "Wir waren uns vorher nicht sicher, daß wir gewinnen. Daher mußten wir schon von Anfang an ganz schön kämpfen", urteilte das Talent. Lanzl sah vor allem in der Anfangsphase Probleme im Spiel der Moskitos, "aber dann haben wir alle unsere Aufgabe erfüllt. Da lief es ganz von alleine." Auf die Auszeichnung zur "Spielerin des Abends" war die junge Stürmerin stolz. Fürs Finale hatte das Geburtstagskind einen besonderen Wunsch. "Ich wünsche mir den schlechteren Gegner." 800 Zuschauer waren am Ende begeistert und feierten die Geretsrieder Eishockey-Damen. Denn am Samstag abend war der zweite Titelgewinn nach 1994 zum Greifen nah. Damals gewannen die Moskitos ebenfalls gegen Mannheim. War die ein gutes Omen?
(Dirk Meier - Isar-Loisachbote)



Ganz der Herr Papa - Moskitos in den Fußstapfen der Väter
Klangvolle Namen prangten auf den Trikots einiger Eishockey-Damen. Kirstin Kühnhackl - Tochter des erfolgreichsten deutschen Torschützen aller Zeiten, Erich Kühnhackl - spielte beim ESC Planegg. Die Moskitos warteten gleich mit prominenten Namen auf: Franziska Reindl, Tochter des Ex-Nationalstürmers und jetzigen DEB-Sportdirektors Franz Reindl, sowie Christine Berndaner, Tochter des Ex-Internationalen und jetzigen Trainers der Peißenberg Hornets, Ignaz Berndaner. Unter den Augen ihres fachkundigen Vaters ging Verteidigerin Christine Berndaner ans Werk. Eigentlich wollte sie mal Skifahrerin werden, wechselte aber mit neun Jahren zum Eishockey und war zuletzt in der Schüler-Truppe des SC Riessersee an der Scheibe. Heuer spielt sie ihre erste Saison für die Moskitos. Die richtige Wahl, meinte die 14jährige: "Es macht viel Spaß, vor allem weil wir das Finale erreicht haben." Ihrem Papa gefällt Damen-Eishockey. Es sei für ihn "natürlich ungewohnt, ist aber ganz nett zum Zuschauen", urteilte Berndaner. Bei Tochter Christine, die Jüngste im TuS-Team, erkenn man sofort, "daß sie lange zusammen mit Buben trainiert hat". Der berühmte Vater gibt Christine natürlich den einen oder anderen Tip: "Ich sage ihr schon manchmal, wie sie ihr Stellungsspiel verbessern kann. Da kann man vielleicht am meisten helfen." Einen Schlagschuß von der blauen Linie, wie es sich bei den Männern gehört, beherrscht Christine aber noch nicht. Das liege vielleicht an ihm, verriet Ignaz Berndaner, "weil ich ihr gesagt habe, sie soll aus dem Handgelenk schießen. Wenn das Spiel nämlich schneller wird, hat man für den Schlagschuß so gut wie keine Zeit mehr." Frank Haubennestel, Co-Trainer der Moskitos, war mit allen Spielerinnen zufrieden. Coach Johann Oswald und er gaben allen Mädchen Eiszeiten. "Damit jede", so Haubennestel, "sagen kann: Ich war bei der Deutschen Meisterschaft dabei." Die Mannschaft habe beeindruckt, "auch wenn am Anfang etwas Nervosität im Spiel war. Nun heißt der unser Ziel, Deutscher Meister zu werden - egal wie der Gegner heißt." Mannheim sei aber leichter ausrechenbar, meinte der Co-Trainer, und daher so etwas wie der Wunschgegner gewesen.
(dme - Isar-Loisachbote)



Verdienter Finalist - MERC-Damen schlagen Planegg 5:1
Im zweiten Halbfinale standen sich der ESC Planegg-Würmtal und der Mannheimer ERC gegenüber. Die Mannheimerinnen hatten in der Punktrunde Platz zwei vor den Münchnern Vorstädtern belegt. Dementsprechend verlief auch die Partie dieser beiden Finalanwärter: Mit 2:0 für den MERC ging es in die erste Pause. Leistungsträgerin Anja Scheytt hatte zweimal getroffen. Nochmals Scheytt und zweimal Maritta Becker stellten den 5:1-Endstand bei einem Ehrentreffer von Sandra Rumswinkel her. Die Planegg Pinguins schlugen sich allerdings selbst, denn drei der fünf Gegentore fielen in Unterzahl. Insgesamt war Mannheim in einem fairen Spiel ein berdienter Sieger.
(dme - Isar-Loisachbote)



Zur Mücke gemacht - Moskitos unterliegen Mannheim im DM-Finale mit 4:6Tränenreiches Finale der Deutschen Meisterschaft im Damen-Eishockey: Spielerinnen und Betreuer des Mannheimer ERC weinten vor Freude, nachdem die Badener den Gastgeber und großen Favoriten, TuS Geretsried, sensationell mit 6:4 (1:0, 2:0, 3:4) besiegt hatten. Derweilen schoß vielen Moskitos, gerade den jüngeren, das Wasser in die Augen: Sie hatten ihr großes Ziel verpaßt. Der nationale Titel geht zum vierten Mal an den Neckar, statt zum zweiten Mal an die Isar. Sein Team könne sich nur selbst schlagen, hatte Moskito-Coach Johann Oswald vor wenigen Tagen gesagt. Und genau das taten die Gastgeberinnen dann brav: Keine ihrer Qualitäten, zum Beispiel das gepflegte Kombinationsspiel, zeigten die übernervösen Geretsriederinnen den rund 1000 Besuchern im Heinz-Schneider-Eisstadion. Statt dessen ließen sie sich von den sehr zweikampfstarken Gästen den Schneid abkaufen. Als die überragende Maritta Becker in der 36. Minute das 3:0 für den MERC erzielte und die gestandene Nationalspielerin Christina Oswald dabei aussehen ließ wie ein Lehrmädel, flossen die ersten Tränen: Vor Wut weinend fuhr die TuS-Spielführerin zum Wechsel auf die Bank. Vater Johann gab indes das Unterfangen Meisterschaft noch nicht verloren. "Na klar haben wir Chancen"; meinte der TuS-Trainer trotzig in der zweiten Pause, sein Team habe in einem Drittel ja schon mal acht Tore geschossen. Freilich in besserer Verfasung und nicht gegen diesen Gegner. Der ließ nach dem 4:0 durch Anja Schnetz (43.) zwar etwas nach, Gefahr für Mannheim bestand aber selbst nach den Anschlußtoren von Willi Schmid und Michaela Lanzl zum 2:4 nicht. Bezeichnend dafür der fünfte Treffer der Badenerinnen: Maritta Becker besorgte ihn per Schlagschuß aus der Ecke des eigenen Verteidigungsdrittels. Und sein sechstes Tor erzielte der MERC sogar in 3:5-Unterzahl. Für die Moskitos trafen noch Nadine Marquardt zum 3:5 und Andrea Weissbach zum 4:6.
(peb - Isar-Loisachbote)



"Mischung aus Riesengebrüll und Tränen der Freude"
MERC-Damen können Glück kaum fassen
Als Außenseiter mit Disziplin und Willen vierten deutschen Titel geholt

Übernächtigt, glücklich und stimmlich nicht ganz auf der Höhe - so präsentierten sich die Meister-Damen des Mannheimer ERC am Tag nach dem vierten Titelgewinn. So sensationell der 6:4-Endspielsieg gegen den Favoriten TuS Geretsried auch war - Gerda Brand, Leiterin des Sport-und Bäderamtes Mannheim, hat nie an ihren Mädels gezweifelt. Die Mannschaft selbst konnte es unmittelbar nach dem Schlußpfiff noch immer nicht richtig fassen: "Unsere Reaktionen waren eine Mischung aus Riesengebrüll, Tränen der Freude und Fassungslosigkeit," beschreibt Torschützin Miriam Graf die Minuten danach. "Für uns war es mit Sicherheit ein gutes Gefühl als Außenseiter in dieses Endspiel zu gehen, wir konnten ganz befreit an die Aufgabe rangehen," analysierte Kerstin Fischer unter zustimmendem Kopfnicken ihrer Teamkolleginnen den psychologischen Vorteil vor dem Spiel. Bei der üblichen Kurzbesprechung in der Kabine machte Erfolgstrainer Danilo Valenti seine Beobachtungen. "Am Anfang dachte ich, hoffentlich blamieren wir uns nicht, aber als ich dann in die Augen der Mädchen schaute, hatte ich ein gutes Gefühl. Sie saßen da, wirkten völlig entspannt, aber doch voller Selbstvertrauen." Mit 3:0 lagen die MERC-Damen vor Beginn des letzten Drittels in Führung: "Der Trainer hat nur gesagt, nicht locker lassen, nicht nachlassen. Wir wußten, daß Geretsried stark ist und hatten uns fest vorgenommen, selbst wenn die jetzt den Spieß rumdrehen, den Kopf nicht hängen zu lassen", hielt sich insbesondere Anja Scheytt an die strikte Devise diszipliniert weiter zu spielen. "Auch nach dem 4:0 waren wir uns längst noch nicht sicher, daß wir’s packen. Ich hatte bis kurz vor Schluß noch richtig Angst", schilderte sie ihre Gefühlslage. Mit der Taktik, zwei Stürmerinnen aufzubieten, während die dritte Spitze nach hinten absichert, kam in den letzten Wochen mehr Sicherheit in das Defensivspiel des frischgebackenen Meisters. "Wir wollten so lange wie möglich kein Gegentor bekommen. Unser Gegner wurde natürlich mit zunehmender Spieldauer immer nervöser, und das hat ja funktioniert," freute sich Valenti über den Erfolg des neuen Systems. Zwei Faktoren waren für den Coach von spielentscheidender Bedeutung. "Unsere Torhüterin Nadine Spanihel hat phantastisch gehalten. Meiner Meinung hat sie zuletzt zu passiv mitgespielt. Diesmal ist sie aggressiv gewesen, aus dem Tor gekommen, hat die Winkel verkürzt, wie ein sechster Feldspieler, das war großartig. Dann habe ich die gelernte Stürmerin Anja Scheytt als Wachhund auf Geretsrieds beste Stürmerin Michaela Lanzl angesetzt. Diese Aufgabe hat sie hervorragend gelöst, und noch ihr Tor gemacht." Apropos Tor. Da wurde Anja Schnetz doch glatt ein Treffer unterschlagen. "Es war meine vierte Meisterschaft mit dem MERC, ich erziele endlich mal ein Tor, und dann steht’s nirgends," nahm es die dienstälteste Spielerin dennoch mit Humor. Ihre dritte Meisterschaft gewann Natascha Schaffrik, Kapitän der siegreichen Mannschaft. "Sie stand sowohl im Halbfinale als auch im Endspiel jeweils vierzig Minuten auf dem Eis. Mußte dann mit Wadenkrämpfen raus - und kam wieder zurück. Dieser Wille, das war eine phantastische Erfahrung für mich," so Valenti.
(pe - Mannheimer Morgen)



Die Bremse sitzt im Kopf
Moskitos tragen zu schwer an der Favoritenbürde - Haubennestel beerbt Oswald

Als die Geretsrieder Moskitos im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft im Damen-Eishockey in der 43. Minute scheinbar aussichtslos mit 0:4 in Rückstand lagen, griffen die Reservistinnen Diana Gatzka, Christina Mühlburger und Martina Wayand ganz tief in die Psycho-Trickkiste: Sie tauschten die Plätze. Mühlburger nahm links Platz, Wayand in der Mitte und Gatzka rechts. "Alles Aberglaube", lachte Mühlburger, "immer wenn wir so auf der Bank gesessen sind, haben wir gewonnen. Wenn wir der Mannschaft schon sonst nicht helfen können, dann müssen wir eben so etwas machen." Die Maßnahme kam zu spät: Die Moskitos schossen in den folgenden zehn Minuten zwar vier Tore, trotzdem verlor ihr Team mit 4:6 (0:1, 0:2, 4:3). Wie viele Emotionen die TuS-Damen in dieses Endspiel investiert hatten, zeigten schon die Szenen, die sich auf der Auswechselbank abspielten: Nach dem 0:3 feuerte Spielführerin Christian Oswald ihren Schläger wutentbrannt in die Ecke und kämpfte mit den Tränen. Ebenso erging es Franziska Reindl nach dem 0:4. Und nach dem 2:5 verließ Manuela Hirt ebenfalls tränenüberströmt ihr Gehäuse und kauerte minutenlang auf der Bank. "Die Mädchen meinen immer, sie sind allein an den Gegentoren Schuld", zeigte Trainer Johann Oswald Verständnis, "aber wir schießen die Tore gemeinsam und kassieren sie gemeinsam."Oswald fand viele Gründe, warum sein Team im Finale den kürzeren gezogen hatte: "Unser großes Problem war, daß unsere Mittelstürmer kaum Bullys gewonnen haben." So kam sein Team nur schwer ins Spiel. Dies lag freilich auch an MERC-Torhüterin Nadine Spanihel, die 40 Schüsse parierte. Überragend spielte auch Maritta Becker auf. Drei Tore und eine Vorlage gingen auf ihr Konto. "Sie ist derzeit die vielleicht kompletteste Stürmerin in Deutschland", lobte der TuS-Coach die Mannheimerin. Zu allem Überfluß schied TuS-Nationalverteidigerin Anja Merkel bereits Ende des ersten Drittels aufgrund einer Wirbelverletzung aus. Hauptursache der Pleite war allerdings wohl eine andere: Die Moskitos bekamen vor der Rekordkulisse von über 1000 Zuschauer nie ihre Nerven in den Griff. "Wir waren heute einfach übernervös", gab Oswald zu. Trotzdem zog Oswald letztlich ein positives Fazit seiner Arbeit. "Wir haben heuer viele junge Spielerinnen eingebaut. Die brauchen bloß noch ein bißchen Zeit." Oswald selbst wird sich in Zukunft nicht mehr um das Team kümmern. "Nach vier Jahren kannst du die Mannschaft einfach nicht mehr so motivieren", stellte er fest. Seine Nachfolger stehen schon Gewehr bei Fuß: Chefcoach ist in Zukunft Frank Haubennestel, der bislang als Co-Trainer fungierte. Ihm zur Seite steht die B-Lizenz-Inhaberin Gabi Wörschhauser, die sich aus dem aktiven Sport zurückzieht.
STIMMEN ZUM ENDSPIEL:
Natalie Rauch (Moskito-Verteidigerin): "Es war ein gigantisches Gefühl, vor so vielen Leuten aufs Eis zu laufen. Vor einem so großen Publikum haben wir alle noch nie gespielt. An den Zuschauern ist es bestimmt nicht gelegen, daß wir verloren haben, denn alle haben uns super unterstützt. Heute haben wir bei der Chancenverwertung kein Glück gehabt. Es ist schon ernüchternd, wenn man das ganze Jahr auf die Deutsche Meisterschaft hinarbeitet und dann wird’s doch nichts." Claudia Strobl (Moskito-Stürmerin): "Ich glaube, ich spiele in Zukunft nur noch für das Landratsamt, denn da habe ich mehr Erfolg. Aber im Ernst: Nach 14 Jahren Eishockey überlege ich mir schon, die Sache ausklingen zu lassen." Steffen Pfreundschuh (MERC-Mannschaftsleiter): "Wahnsinn. Unbeschreiblich. Ohne Worte. Ich kann’s nicht glauben, daß wir Deutscher Meister geworden sind. Unsere Torhüterin war heute supergut drauf. Es war schon eine Sensation, daß wir das Finale erreicht haben. Und daß wir dann auch den Favoriten TuS Geretsried schlagen. . . Wir haben wohl gewonnen, weil wir Glück hatten und weil Geretsried mit dem Druck nicht fertiggeworden ist." Nadine Spanihel (MERC-Torhüterin): "Es gibt kein Geheimnis, warum ich so gut gehalten habe. In den ersten zehn Minuten habe ich Glück gehabt und dann wird man immer sicherer. Manchmal gibt’s solche Tage. Wenn’s läuft, dann läuft’s."
(pr - Isar-Loisachbote)



Der Mannschaft hilft’s nicht - Michaela Lanzl erntet Lob und ist doch traurig
Wer die 16jährige Michaela Lanzl "in Zivil" sieht, kommt kaum auf den Gedanken, daß er einer der besten deutschen Eishockeyspielerinnen gegenübersteht. Lanzl ist klein, zierlich - eben gar nicht so, wie man sich eine Eishockeyspielerin vorstellt. Und doch gilt sie als "eines der größten Talente weltweit". Dieses Prädikat verlieh ihr zumindest kürzlich ein kanadischer Coach. Sie selbst gibt sich angesichts solcher Lobeshymnen bescheiden: "Ob das so ist, kann ich wirklich nicht beurteilen." Unbestritten ist jedoch, daß sie beim DM-Endrundenturnier zu den besten Akteurinnen gehörte und immer wieder Kostproben ihres Könnens ablieferte. Ihre Spezialität: im eigenen Verteidigungsdrittel einen Alleingang starten und dann die Gegnerinnen wie Slalomstangen umkurven. Und torgefährlich ist Lanzl obendrein. Mit ihren drei Treffern gegen den OSC Berlin-Schöneberg und Mannheimer ERC avancierte sie zur erfolgreichsten TuS-Torschützin. Die spektakuläre und effektive Spielweise beeindruckte offensichtlich auch die Jury, die Lanzl, die am Sonntag 16 Jahre alt wurde, zweimal zur Spielerin des Tages bestimmte. Zufrieden war sie trotzdem nicht: "Natürlich freut man sich, wenn man gewählt wird. Aber das hilft der Mannschaft nicht weiter." Sie ist über das Abschneiden enttäuscht: "Gerade jetzt wo’s drauf ankam, haben wir verloren." Gegen Mannheim hatte sie die Sonderaufgabe, sich um Maritta Becker zu kümmern. Trotzdem traf die Mannheimer Stürmerin dreimal, doch dies wollte Lanzl nicht auf ihre Kappe nehmen: "Ich mußte sie nur in der Offensive decken. Um sie komplett auszuschalten, reicht das nicht. Da müßte wohl die ganze Zeit eine Manndeckerin neben ihr herlaufen - denn die Becker ist schon gut." Eine Manndeckerin jedoch ist Michaela Lanzl ganz bestimmt nicht.
(pr - Isar-Loisachbote)



 Statistiken :



TuS Geretsried - OSC Berlin 7:1 (2:0, 4:0, 1:1)

Tore : 1:0 (6.) Christina Oswald (Ass. Sabrina Kruck), 2:0 (8.) Andrea Weissbach, 3:0 (29.) Nadine Marquardt (Ass. Oswald/Kruck), 4:0 (32.) Christina Oswald (Unterzahltor), 5:0 (34.) Michaela Lanzl (Ass. Kruck), 6:0 (37.) Michalea Lanzl (Ass. R.Strobl/Oswald), 7:0 (49.) Rosi Strobl, 7:1 (57.) Jenny Friede (Ass. Susan Gaebel)

Strafzeiten (je 2 Min.) : (12.) Sandra Kinza (OSC) - Haken, (16.) Christina Oswald (TuS) - Stockschlag, (25.) Sandra Kinza (OSC) - Haken, (31.) Sabrina Kruck (TuS) - unk. Körperangriff, (37.) Sandra Kinza (OSC) - unk. Körperangriff, (38.) Andrea Weissbach (TuS) - Beinstellen, (38.) Anja Merkel (TuS) - unk. Körperangriff, (41.) Sandra Kinza (OSC) - Stockschlag, (47.) Sandra Kinza (OSC) - 2 + 10 Diszipl. Haken/Unsportliches Verhalten, (53.) Patricia Stowasser (TuS) - Beinstellen

Beste Spielerinnen: Michaela Lanzl (TuS) und Claudia Grundmann (OSC)



Mannheimer ERC - ESC Planegg/Würmtal 5:1 (2:0, 2:1, 1:0)

Tore : 1:0 (7.) Anja Scheytt (Ass. Maritta Becker), 2:0 (18.) Anja Scheytt, 2:1 (22.) Sandra Rumswinkel (Ass. Tina Moll), 3:1 (30.) Maritta Becker (Ass. Natascha Schaffrik/Rebekka Marenbach), 4:1 (35.) Anja Scheytt (Ass. Rebekka Marenbach), 5:1 (55.) Maritta Becker (Ass. Marenbach)

Strafzeiten (je 2 Min.) : (4.) Maritta Becker (MERC) - Haken, (6.) Sara Seiler (ESC) - unk. Körperangriff, (23.) Susan MacKenzie (ESC) unk. Körperangriff, (27.) Maria Sebald (ESC) - Halten, (27.) Maritta Becker (MERC) - Reklamieren, (30.) Elke Wiegand (ESC) - Unk. Wechsel, (33.) Bettina Aumüller (ESC) - Beinstellen, (53.) Tina Moll (ESC) - Bankstrafe/Reklamieren

Beste Spielerinnen: Natascha Schaffrik (MERC) und Isabel Jonas (ESC)



OSC Berlin - ESC Planegg/Würmtal 0:4 (0:1, 0:2, 0:1)

Tore : 0:1 (11.) Bettina Aumüller (Ass. Sandra Rumswinkel, Monika Pink), 0:2 (23.) Isabel Jonas, 0:3 (35.) Sandra Rumswinkel (Ass. Bettina Aumüller, Elke Wiegand), 0:4 (43.) Bettina Aumüller

Strafzeiten (je 2 Min.) : (2.) Sara Seiler - Bodycheck, (9.) Sandra Kinza - Haken, (17.) Kirstin Kühnhackl - Stockschlagen, (24.) Sandra Grütter - Behinderung, (24.) Bettina Aumüller - Beinstellen, (25.) Monika Pink - unk. Körperangriff, (28.) Sandra Kinza - Haken, (36.) Maria Sebald - Bodycheck, (45.) Sandra Rumswinkel - übertr. Härte, (51.) Jenny Friede - Stockcheck

Beste Spielerinnen: Tanja Jakupovic (OSC) und Bettina Aumüller (ESC)



TuS Geretsried - Mannheimer ERC 4:6 (0:1, 0:2, 4:3)

Tore : 0:1 (11.) Miriam Graf (Ass. Kerstin Fischer/Maritta Becker), 0:2 (24.) Maritta Becker, 0:3 (36.) Maritta Becker, 0:4 (42.) Anja Schnetz (Ass. Natascha Schaffrik), 1:4 (44.) Wiltrud Schmid (Ass. Andrea Weissbach), 2:4 (45.) Michaela Lanzl (Christina Oswald/Rosi Strobl), 2:5 (49.) Maritta Becker, 3:5 (50.) Nadine Marquardt, 3:6 (57.) Anja Scheytt, 4:6 (58.) Andrea Weissbach (Ass. Oswald/Marquardt)

Strafzeiten (je 2 Min.) : (6.) Maritta Becker (MERC) - unk. Körperangriff, (11.) Anja Merkel (TuS) - unn. Härte, (14.) Christina Oswald (TuS) - Hoher Stock, (14.) Natascha Schaffrik (MERC) - Bodycheck, (28.) Anja Schnetz (MERC) - Beinstellen, (32.) Anja Scheytt (MERC) - Beinstellen, (39.) Christina Oswald (TuS) - Stockschlag, (45.) Sabrina Kruck (TuS) - Behinderung, (46.) Maritta Becker (MERC) - Halten des Stockes, (48.) Christina Oswald (TuS) - Behinderung, (48.) Christina Fischer (MERC) - Behinderung, (50.) Maritta Becker (MERC) - übertr. Härte, (56.) Maritta Becker (MERC) - Beinstellen, (56.) Lena Gratzl (MERC) - Bankstrafe Spielverzögerung

Beste Spielerinnen: Natascha Schaffrik (MERC) und Michaela Lanzl (TuS)

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