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Deutsche Meisterschaft 1998/99 |
20./21.02.1999 in Geretsried
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| Teilnehmer : |
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| Samstag, 20.02.1999 | 15:00 Uhr | TuS Geretsried - OSC Berlin-Schöneberg | 7:1 (2:0, 4:0, 1:1) |
|---|---|---|---|
| Halbfinals : | 18:00 Uhr | Mannheimer ERC - ESC Planegg/Würmtal | 5:1 (2:0, 2:1, 1:0) |
| Sonntag, 21.02.1999 | 12:00 Uhr | OSC Berlin-Schöneberg - ESC Planegg/Würmtal | 0:4 (0:1, 0:2, 0:1) |
| Spiel Platz 3 / Finale : | 15:00 Uhr | TuS Geretsried - Mannheimer ERC | 4:6 (0:1, 0:2, 4:3) |
Gratulation dem Deutschen Meister 1998/99

Mannheimer ERC
All-Star-Team:
Nadine Spanihel (Tor - MERC), Nina Linde (Verteidigung - ESC), Michaela Lanzl (Sturm -
TuS)
Fair-Play-Pokal: OSC Berlin-Schöneberg
| Spielkommentare : |
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Titelgewinn ist "sehr realistisch"
Trainer Johann Oswald spricht über die Meisterschafts-Chancen der Moskitos
Am Wochenende greifen die Moskitos des TuS Geretsried nach der Krone im
deutschen Damen-Eishockey. Als Gastgeber und dominierendes Team in der Bundesliga-Runde
gelten die Geretsriederinnen als Titel-Favorit. Unser Mitarbeiter Winfried Frohnapfel
sprach mit Trainer Johann Oswald über die Aussichten.
ILB: Herr Oswald, Sie wollen mit Ihrem Team Deutscher Meister werden. Wie
realistisch sehen Sie die Möglichkeiten der Moskitos, den Titel zu holen?
JO: "Die Chancen waren noch nie so groß wie in diesem Jahr. Den Titel zu
holen, ist für uns heuer sehr realistisch."
ILB: Die Moskitos haben bislang eine tolle Saison hingelegt und nur zwei Spiele in
der Finalrunde verloren. Wie ist dieser Leistungsaufschwung zu erklären?
JO: "Die Mannschaft hat große Fortschritte gemacht, nicht zuletzt deshalb,
weil sie im großen und ganzen seit vielen Jahren so besteht, wie sie jetzt ist. Die
Neuzugänge und die aufgerückten Nachwuchsspielerinnen haben sich inzwischen auch gut
eingespielt. Im Vergleich zu anderen Klubs hat sich unser Team nie grundlegend geändert.
Claudia Strobl, Rosi Strobl, Gabi Sindlhauser, Andrea Weißbach, Andrea Rieger, Manuela
Hirt und Christina Oswald standen schon in der Mannschaft, die 1994 die Deutsche
Meisterschaft nach Geretsried geholt hat. Zudem haben sich Spielerinnen wie Patricia
Stowasser und Christine Berndaner und natürlich Michaela Lanzl enorm gemacht. Die
Verbesserung ist aber auch auf die gute Zusammenarbeit mit meinem Co-Trainer Frank
Haubennestel zurückzuführen."
ILB: Sie haben immer wieder die viel zu kurzen Trainingszeiten der Moskitos im
Geretsrieder Eisstadion beklagt. Offensichtlich hat es doch gereicht...
JO: "Ja, weil fast alle Spielerinnen noch andere Trainingsmöglichkeiten
suchen und diese auch nutzen. Zum Beispiel machen sie beim Jugendtraining mit oder bei den
Alten Herren."
ILB: Mit Michaela Lanzl, Sabrina Kruck, Christine Berndaner, Franziska Reindl und
Patricia Stowasser haben Sie junge, hoffnungsvolle Kräfte im Team. Diese Spielerinnen,
könnten die Damen-Nationalmannschaft zu den Olympischen Spielen 2002 führen. Stehen Sie
mit Bundestrainer Rainer Nittel in Kontakt?
JO: "Das Verhältnis zum Bundestrainer ist sehr gut, wir sprechen regelmäßig
miteinander. Sicher hat nicht jede Spielerin immer ihren besten Tag, wenn Nittel gerade
mal zusieht. Aber der Bundestrainer erkennt sicher, daß die Mädchen großes Talent
haben."
ILB: Halten Sie den bisherigen Austragungsmodus -Vorrunde und Finalrunde der besten
vier Mannschaften- für richtig, oder würden Sie eine andere Form vorziehen?
JO: "Die Praxis der Vorrunde und Endrunde ist okay. Das Endturnier sollte
meiner Meinung nach anders gestaltet werden. Zum Beispiel mit sechs Mannschaften in zwei
Gruppen, denn beim jetzigen Modus besteht die Gefahr, daß man Weg vom Fenster ist, wenn
man nur ein Spiel, das Halbfinale, verliert."
ILB: Mit dem Finale der Meisterschaft geht die Saison für die Moskitos zu Ende.
Wie sieht Ihre Planung für die kommende Saison aus, wird das Moskitos-Team
zusamenbleiben?
JO: "Aus beruflichen Gründen werde ich als Trainer die Mannschaft nicht mehr
unterstützen können. Aber das Team wird wohl auch ohne mich so zusamenbleiben." (Isar
- Loisachbote)
Mannheimer ERC schafft sensationellen Titelgewinn
- Großer Favorit TuS Geretsried scheitert am großen Erwartungsdruck -
[S.K.] Der Mannheimer ERC ist neuer Titelträger bei den Damen. Durch einen hochverdienten
6:4-Endspielerfolg über den TuS Geretsried gelang den Baden-Württembergerinnen nach
1988, 90 und 92 der vierte Titelgewinn. Dritter wurde mit einem 4:0 über
Berlin der ESC Planegg-Würmtal. In den Halbfinals setzte sich Geretsried gegen Berlin mit
7:1 durch Mannheim gewann 5:1 über Planegg-Würmtal.
TuS Geretsried OSC Berlin-Schöneberg 7:1 (2:0, 4:0, 1:1) - Ohne das große
Nervenflattern lösten die "Moskitos" aus Geretsried ihre Halbfinalaufgabe gegen
Berlin. Begünstigt durch zwei schnelle Tore von Christina Oswald (6.) und Andrea
Weißbach (8.) ließ der Meisterschaftsausrichter den OSC von Anbeginn kaum ins Spiel
kommen und diktierte das Spiel fast nach Belieben. Berlin hatte in der Defensive viel
Arbeit zu verrichten und kam nur gelegentlich zu eigenen Angriffen. Die größte
Möglichkeit vergab Claudia Grundmann (19.) kurz vor der Pause. Nach dem Wechsel schied
OSC-Neuzugang Cathrin Junker verletzt aus und Geretsried erhöhte seinen Druck nochmals.
Zunächst scheiterten Christine Berndaner und Sabrina Kruck (bd. 26.) in einem
Überzahlspiel, während Sandra Kinza von der Strafbank kommend für Berlin ebenfalls
nicht traf. Damit war Berlins große Chance das Spiel spannend zu machen vertan. Fortan
rollte Angriff auf Angriff in Richtung OSC-Kasten. Nadine Marquardt (29.) und Christina
Oswald (32.) sorgten mit ihren Toren schnell für die endgültige Entscheidung, bei denen
Tanja Jakupovic, wie schon bei den ersten Toren, einen unsicheren Eindruck hinterließ.
Zwar verteidigte Berlin das eigene Drittel mit viel Engagement, allein es war diesmal zu
wenig, um Geretsried aus dem Konzept zu bringen. So erhöhte Michaela Lanzl noch bis zum
letzten Wechsel im Doppelpack (34./37.) bis auf 6:0. Der Schlußgang war Formsache. Rosi
Strobl (49.) und Jenny Friede (57.) trafen für jedes Team einmal. Geretsried tat nur mehr
das nötigste, hatte aber das Spielgeschehen jederzeit im Griff. Neben den Routiniers
Christina Oswald und Andrea Weißbach sowie Toptalent Michaela Lanzl spielten sich mit
Sabrina Kruck und Christine Berndaner zwei junge Verteidigerinnen in den Vordergrund.
Dagegen konnte Berlin,ohnehin mit großem Leistungsgefälle innerhalb der Mannschaft, die
verletzungsbedingten Ausfälle im Vorfeld (Romy Hübner) und im Spiel (Cathrin Junker)
nicht kompensieren und hatte das Problem, daß viele Leistungsträgerinnen die Form der
letzten Wochen nicht erreichten.
Mannheimer ERC - ESC Planegg-Würmtal 5:1 (2:0, 2:1, 1:0) - Wesentlich
ausgeglichener lief das zweite Halbfinale ab, wenngleich der MERC am Ende ähnlich
deutlich triumphierte. Bis zur 26. Spielminute hielten sich die Spiel- und Chancenanteile
die Waage, tendenziell sogar mit leichten Vorteilen für Planegg-Würmtal. Doch der
gefälligen Spielweise von Planegg stand eine katastrophale Chancenverwertung gegenüber.
Entweder scheiterten Sandra Rumswinkel (3./15.), Bettina Aumüller (6.), Pia Pietrowski
(11.) und Kirstin Kühnhackl (13.) völlig freistehend an MERC-Goalie Nadine Spanihel,
oder aber man brachte den Puck nicht einmal an der liegenden Torhüterin (Sandra
Rumswinkel / 13.) vorbei und schoß übers Tor. Als dann Sandra Rumswinkel (23.) endlich
traf, war es nur der Anschlußtreffer zum 1:2, weil der MERC seine Angriffe wesentlich
konsequenter abschloß. Anja Scheytt tauchte zweimal (7./18.) vor dem Tor auf und legte
den Puck in die Maschen. Ansonsten parierte auch Planeggs Goalie Rosi Settele alle
Schüsse und hatte bei einem Pfostenknaller (6.) von Maritta Becker auch das Glück auf
ihrer Seite. Mitte der Spielzeit war es dann mit dem Planegger Glück vorbei. Eine
zumindest zweifelhafte Wechselstrafe nutzte Maritta Becker per Bauerntrick zum 3:1 (30.)
und nach zwei weiteren MERC-Pfostentreffern erhöhte Anja Scheytt wiederum in Überzahl
auf 4:1 (35.). Spätestens jetzt war Planegg von der Rolle. Während Mannheim sicher in
der Defensive stand, verloren die Angriffe von Planegg zusehend an Präzision. Der finale
Paß blieb aus und so konnte Planegg, von wenigen Aktionen abgesehen, keine große Gefahr
mehr ausstrahlen. Dagegen blieb Mannheim über sein Angriffsduo Anja Scheytt / Maritta
Becker stets gefährlich und hatte in Kapitän Natascha Schaffrik eine überragende
Führungspersönlichkeit auf dem Eis. Sie hielt die Abwehr zusammen und ging kaum vom Eis.
Spiel um Platz 3: ESC Planegg-Würmtal OSC Berlin-Schöneberg 4:0 (1:0, 2:0,
1:0) - Das Spiel um Platz 3 begann recht flott, verlor aber bereits Ende des 1.
Drittels an Niveau. Da auf beiden Seiten fast alle zur Verfügung stehenden Spielerinnen
zum Einsatz kamen, wirkten die Aktionen ohne klare Linie und bisweilen ging es recht
nicklig zu. Aufbauend auf seine bekannten Säulen Sandra Rumswinkel, Bettina Aumüller und
Nina Linde kam Planegg zu der Vielzahl der Chancen und gewann völlig verdient mit 4:0.
Bettina Aumüller (11./43.), Isabel Jonas (23.) und Sandra Rumswinkel (35.) sicherten mit
dem Bronzemedaillienplatz den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.
Endspiel: TuS Geretsried Mannheimer ERC 4:6 (0:1, 0:2, 4:3) - Das Endspiel
war nicht nur eine Frage der spielerischen Klasse und der Taktik, sondern auch der Nerven.
Wer die Trümpfe in der Hand hielt, blieb zumindest im ersten Drittel noch im verborgenem,
weil zwei gänzlich verschiedene Systeme aufeinandertrafen, die beide hoffnungsvolle
Ansätze zum Erfolg offenbarten. Die klar favoristierten "Moskitos" versuchten
über viel Angriffsdruck zum Erfolg zu kommen und hatten auch ohne Frage die wesentlich
größeren Spiel- und Chancenanteile. Jedoch endeten alle Bemühungen bei MERC-Goalie
Nadine Spanihel, die zu sensationeller Form auflief. Fast schon schwedisch unterkühlt
agierte der Mannheimer ERC. Cool die Defensiveaufgaben verrichtend, einen offenen
Schlagabtausch meidend, setzte Mannheim auf schnelle Konter und konnte sich zudem auf sein
Überzahlspiel verlassen. Diesem entsprang auch prompt die 1:0-Führung durch Miriam Graf
(11.). Mit diesem Spielstand wechselte man die Seiten und zu Beginn des zweiten Drittels
änderte sich am Spielcharakter nicht viel. Geretsried griff fortwährend an, versuchte
auch mit vielen Schüssen Druck auf das MERC-Tor auszuüben, brachte aber die kleine
Hartgummischeibe nicht über die Torlinie. Ungleich effektiver spielte da schon Mannheim.
Maritta Becker schloß jeden Angriff mit einem fulminanten Schlagschuß ab und wenn sich
die Räume boten, ging sie auch bis vors Geretsrieder Tor. Ihr 2:0 (24.) im Nachschuß und
vor allem das 3:0 (36.), als sie mit einem kurzem Antritt die TuS-Abwehr überlief,
sorgten für die vermeintliche Entscheidung. Einige "Moskitos" waren nun
ziemlich verunsichert, zumal sich ihre große Hoffnungsträgerin Michaela Lanzl einer
klettenhaften Sonderbewachung durch Nationalmannschaftskollegin Anja Scheytt
gegenübersah. Als in der 43. Minute Anja Schnetz gar auf 4:0 erhöhte, war Mannheim schon
im Gedanken bei der Siegesfeier und kassierte prompt innerhalb von sieben Sekunden zwei
Gegentore durch Wiltrud Schmid und Michaela Lanzl (bd. 44.). Und wer weiß was passiert
wäre, wenn Micheala Lanzl bei ihrem Solo (46.), als sie selbst Nadine Spanihel noch
austanzte, den Puck aus spitzem Winkel zum Anschlußtreffer im Tor untergebracht hätte.
So aber blieb Mannheim der Zwei-Tore-Vorsprung und Maritta Becker konnte wie später noch
Anja Scheytt mit zwei unglaublichen Toren die Meisterschaft endgültig nach Mannheim
schießen. Bezeichnenderweise half Geretsried beide Male kräftig mit. Maritta Becker
(49.) traf aus etwa 45 Metern, worauf TuS-Goalie Manuela Hirt entnervt ihren Kasten
verließ, und Anja Scheytt (57.) konnte relativ unbedrängt bei 3:5-Unterzahl ihren
Angriff mit einem Tor abschließen. Die kämpferische Einstellung der quot;Moskitos"
war aber lobenswert. Die Treffer zum 3:5 durch Nadine Marquardt (56.) und 4:6 von Andrea
Weißbach (58.) waren daher auch redlich verdient. Insgesamt versuchte Geretsried
sicherlich alles, machte aber zu viele Fehler, um gegen die ohne Schwachpunkte auftretende
Mannheimerinnen zu siegen. Es ist auch bezeichnend das bei Geretsried mit Sabrina Kruck
und Christine Berndaner zwei junge Spielerinnen zu den Besten gehörten, während Michaela
Lanzl oftmals einfach allein auf weiter Flur stand und somit kaum dauerhaft für Erfolg
sorgen konnte. Dagegen waren bei Mannheim alle Spielerinnen in der Lage die Anweisungen
von Trainer Danilo Valenti umzusetzen und die vier großen MERC-Stars Natascha Schaffrik,
Maritta Becker, Anja Scheytt sowie Goalie Nadine Spanihel spielten an den beiden
Finaltagen ohnehin eine Klasse besser als die Konkurrenz. Meistertrainer Danilo Valenti
war dann auch vollauf zufrieden: "Der Erfolg ist höher zu bewerten, wie jede andere
Meisterschaft der MERC-Damen. Was wir uns vorgenommen haben, wurde umgesetzt. Es war ein
Triumph des Willens." Für ihn war es genauso sein letztes Spiel, wie für
"Moskitos"-Coach Johann Oswald, der ebenso gern mit der Meistertrophäe sein
Traineramt beendet hätte. "Die Mannschaft wollte unbedingt Meister werden, aber
Mannheim hat die entscheidenden Tore erzielt. Das muß man akzeptieren und Mannheim
gratulieren. Wichtiger ist, daß die Finalspiele einen großen Zuspruch hatten." Zu
seinem Ausscheiden meinte er ganz Sportsmann: "Man muß wissen wann die Zeit gekommen
ist um aufzuhören."
Vom sportlichem Mißgeschick einmal absehen, konnte sich der TuS Geretsried für die
Organisation und den Ablauf der Finalspiele dennoch als Gewinner fühlen. Die
Veranstaltung lief ohne Probleme ab und der große Zuschauerzuspruch und das
Medieninteresse überraschten selbst Chef-Organisator und
"Moskitos"-Mannschaftsleiter Adolf Fuchs. Er bekam damit die beste Bestätigung
mit seinen Mitstreitern Helmut Lanzl und Peter Harting sowie der Eissportabteilung des TuS
in der Vorbereitung alles richtig gemacht zu haben. Für Geretsried war es nach der 1.
Damen-Länderspiel am 02.12.1988 gegen die Schweiz und einer weiteren internationalen
Begegnung mit Rußland im November 97, die dritte große Veranstaltung im
Damen-Eishockey.
(Sven Kuschel - Eishockey-News)
Umschwärmte TuS-Moskitos - 7:1 über Berlin, Fans feiern den Finaleinzug
Erstmals in der Vereinsgeschichte hat der TuS Geretsried ein Finalturnier um die Deutsche
Meisterschaft im Damen-Eishockey ausgerichtet. Mit viel Mühe und großem
organisatorischen Aufwand avancierte die zweitägige Veranstaltung zu einem vollen Erfolg.
Rund 800 Zuschauer , davon 671 zahlende, sahen am Samstag die beiden Halbfinals. Große
Freude herrschte vor allem über den klaren 7:1-Erfolg der Geretsrieder Moskitos über den
OSC Berlin, der die Endspielteilnahme bedeutete. Die Geretsriederinnen gingen gegen Berlin
als klare Favoriten ins Rennen. Allerdings hatten die Moskitos zum Abschluß der
Punkterunde in Berlin sensationell mit 2:4 verloren, wodurch die OSC-Damen statt Grefrath
in die Endrunde rutschten. Weitere Einschränkungen: Erst zweimal war es dem gastgebenden
Klub gelungen, sich auch den Titel zu sichern: 1987 gewannen die EHC Eisbären
Düsseldorf, 1997 die ESG Essligen. Doch die Truppe von Johann Oswald und Frank
Haubennestel ließ keinen Zweifel daran, daß sie ins Finale wollte. Immer wieder
angetrieben von Spielführerin Christina Oswald und Supertalent Michaela Lanzl sorgte der
TuS für Gefahr vor dem OSC-Kasten. Je zweimal Oswlad und Lanzl sowie Tore von Nadine
Marquardt, Andrea Weissbach und Rosi Strobl sorgten bis zur 49. Minute für einen
komfortablen 7:0-Vorsprung. Im Gefühl des sicheren Erfolges steckten die Gastgeberinnen
etwas zurück. Leidtragende war TuS-Torfrau Manuela Hirt, die in der 57. Minute noch einen
Gegentreffer hinnehmen mußte und damit einen "shutout" verpaßte. Das sei zwar
schade, sagte die Torsteherin nach dem Abpfiff, "aber in erster Linie zählt der
Sieg. Wenn man im ganzen Spiel nur vier oder fünf Schüsse kriegt, dann ist man
kalt". Hochzufrieden war Moskito-Kapitän Christina Oswald, die bereits seit acht
Jahren in Geretsried spielt und mehr als 100 Länderspiele bestritten hat. "Wir haben
so gespielt, wie wie es uns vorgenommen hatten. Nur ab und zu hat es nicht so geklappt.
Aber wir haben gewonnen und das ist das wichtigste." Mutig fügte die 25jährige
hinzu: "Am Sonntag überschreiten wir die Ziellinie." Zur Spielerin des ersten
Halbfinales wurde Michaela Lanzl gewählt, die gestern ihren 16. Geburtstag feierte.
"Wir waren uns vorher nicht sicher, daß wir gewinnen. Daher mußten wir schon von
Anfang an ganz schön kämpfen", urteilte das Talent. Lanzl sah vor allem in der
Anfangsphase Probleme im Spiel der Moskitos, "aber dann haben wir alle unsere Aufgabe
erfüllt. Da lief es ganz von alleine." Auf die Auszeichnung zur "Spielerin des
Abends" war die junge Stürmerin stolz. Fürs Finale hatte das Geburtstagskind einen
besonderen Wunsch. "Ich wünsche mir den schlechteren Gegner." 800 Zuschauer
waren am Ende begeistert und feierten die Geretsrieder Eishockey-Damen. Denn am Samstag
abend war der zweite Titelgewinn nach 1994 zum Greifen nah. Damals gewannen die Moskitos
ebenfalls gegen Mannheim. War die ein gutes Omen?
(Dirk Meier - Isar-Loisachbote)
Ganz der Herr Papa - Moskitos in den Fußstapfen der Väter
Klangvolle Namen prangten auf den Trikots einiger Eishockey-Damen. Kirstin Kühnhackl -
Tochter des erfolgreichsten deutschen Torschützen aller Zeiten, Erich Kühnhackl -
spielte beim ESC Planegg. Die Moskitos warteten gleich mit prominenten Namen auf:
Franziska Reindl, Tochter des Ex-Nationalstürmers und jetzigen DEB-Sportdirektors Franz
Reindl, sowie Christine Berndaner, Tochter des Ex-Internationalen und jetzigen Trainers
der Peißenberg Hornets, Ignaz Berndaner. Unter den Augen ihres fachkundigen Vaters ging
Verteidigerin Christine Berndaner ans Werk. Eigentlich wollte sie mal Skifahrerin werden,
wechselte aber mit neun Jahren zum Eishockey und war zuletzt in der Schüler-Truppe des SC
Riessersee an der Scheibe. Heuer spielt sie ihre erste Saison für die Moskitos. Die
richtige Wahl, meinte die 14jährige: "Es macht viel Spaß, vor allem weil wir das
Finale erreicht haben." Ihrem Papa gefällt Damen-Eishockey. Es sei für ihn
"natürlich ungewohnt, ist aber ganz nett zum Zuschauen", urteilte Berndaner.
Bei Tochter Christine, die Jüngste im TuS-Team, erkenn man sofort, "daß sie lange
zusammen mit Buben trainiert hat". Der berühmte Vater gibt Christine natürlich den
einen oder anderen Tip: "Ich sage ihr schon manchmal, wie sie ihr Stellungsspiel
verbessern kann. Da kann man vielleicht am meisten helfen." Einen Schlagschuß von
der blauen Linie, wie es sich bei den Männern gehört, beherrscht Christine aber noch
nicht. Das liege vielleicht an ihm, verriet Ignaz Berndaner, "weil ich ihr gesagt
habe, sie soll aus dem Handgelenk schießen. Wenn das Spiel nämlich schneller wird, hat
man für den Schlagschuß so gut wie keine Zeit mehr." Frank Haubennestel, Co-Trainer
der Moskitos, war mit allen Spielerinnen zufrieden. Coach Johann Oswald und er gaben allen
Mädchen Eiszeiten. "Damit jede", so Haubennestel, "sagen kann: Ich war bei
der Deutschen Meisterschaft dabei." Die Mannschaft habe beeindruckt, "auch wenn
am Anfang etwas Nervosität im Spiel war. Nun heißt der unser Ziel, Deutscher Meister zu
werden - egal wie der Gegner heißt." Mannheim sei aber leichter ausrechenbar, meinte
der Co-Trainer, und daher so etwas wie der Wunschgegner gewesen.
(dme - Isar-Loisachbote)
Verdienter Finalist - MERC-Damen schlagen Planegg 5:1
Im zweiten Halbfinale standen sich der ESC Planegg-Würmtal und der Mannheimer ERC
gegenüber. Die Mannheimerinnen hatten in der Punktrunde Platz zwei vor den Münchnern
Vorstädtern belegt. Dementsprechend verlief auch die Partie dieser beiden Finalanwärter:
Mit 2:0 für den MERC ging es in die erste Pause. Leistungsträgerin Anja Scheytt hatte
zweimal getroffen. Nochmals Scheytt und zweimal Maritta Becker stellten den 5:1-Endstand
bei einem Ehrentreffer von Sandra Rumswinkel her. Die Planegg Pinguins schlugen sich
allerdings selbst, denn drei der fünf Gegentore fielen in Unterzahl. Insgesamt war
Mannheim in einem fairen Spiel ein berdienter Sieger.
(dme - Isar-Loisachbote)
Zur Mücke gemacht - Moskitos unterliegen Mannheim im DM-Finale mit 4:6Tränenreiches
Finale der Deutschen Meisterschaft im Damen-Eishockey: Spielerinnen und Betreuer des
Mannheimer ERC weinten vor Freude, nachdem die Badener den Gastgeber und großen
Favoriten, TuS Geretsried, sensationell mit 6:4 (1:0, 2:0, 3:4) besiegt hatten. Derweilen
schoß vielen Moskitos, gerade den jüngeren, das Wasser in die Augen: Sie hatten ihr
großes Ziel verpaßt. Der nationale Titel geht zum vierten Mal an den Neckar, statt zum
zweiten Mal an die Isar. Sein Team könne sich nur selbst schlagen, hatte Moskito-Coach
Johann Oswald vor wenigen Tagen gesagt. Und genau das taten die Gastgeberinnen dann brav:
Keine ihrer Qualitäten, zum Beispiel das gepflegte Kombinationsspiel, zeigten die
übernervösen Geretsriederinnen den rund 1000 Besuchern im Heinz-Schneider-Eisstadion.
Statt dessen ließen sie sich von den sehr zweikampfstarken Gästen den Schneid abkaufen.
Als die überragende Maritta Becker in der 36. Minute das 3:0 für den MERC erzielte und
die gestandene Nationalspielerin Christina Oswald dabei aussehen ließ wie ein Lehrmädel,
flossen die ersten Tränen: Vor Wut weinend fuhr die TuS-Spielführerin zum Wechsel auf
die Bank. Vater Johann gab indes das Unterfangen Meisterschaft noch nicht verloren.
"Na klar haben wir Chancen"; meinte der TuS-Trainer trotzig in der zweiten
Pause, sein Team habe in einem Drittel ja schon mal acht Tore geschossen. Freilich in
besserer Verfasung und nicht gegen diesen Gegner. Der ließ nach dem 4:0 durch Anja
Schnetz (43.) zwar etwas nach, Gefahr für Mannheim bestand aber selbst nach den
Anschlußtoren von Willi Schmid und Michaela Lanzl zum 2:4 nicht. Bezeichnend dafür der
fünfte Treffer der Badenerinnen: Maritta Becker besorgte ihn per Schlagschuß aus der
Ecke des eigenen Verteidigungsdrittels. Und sein sechstes Tor erzielte der MERC sogar in
3:5-Unterzahl. Für die Moskitos trafen noch Nadine Marquardt zum 3:5 und Andrea Weissbach
zum 4:6.
(peb - Isar-Loisachbote)
"Mischung aus Riesengebrüll und Tränen der Freude"
MERC-Damen können Glück kaum fassen
Als Außenseiter mit Disziplin und Willen vierten deutschen Titel geholt
Übernächtigt, glücklich und stimmlich nicht ganz auf der Höhe - so präsentierten sich
die Meister-Damen des Mannheimer ERC am Tag nach dem vierten Titelgewinn. So sensationell
der 6:4-Endspielsieg gegen den Favoriten TuS Geretsried auch war - Gerda Brand, Leiterin
des Sport-und Bäderamtes Mannheim, hat nie an ihren Mädels gezweifelt. Die Mannschaft
selbst konnte es unmittelbar nach dem Schlußpfiff noch immer nicht richtig fassen:
"Unsere Reaktionen waren eine Mischung aus Riesengebrüll, Tränen der Freude und
Fassungslosigkeit," beschreibt Torschützin Miriam Graf die Minuten danach.
"Für uns war es mit Sicherheit ein gutes Gefühl als Außenseiter in dieses Endspiel
zu gehen, wir konnten ganz befreit an die Aufgabe rangehen," analysierte Kerstin
Fischer unter zustimmendem Kopfnicken ihrer Teamkolleginnen den psychologischen Vorteil
vor dem Spiel. Bei der üblichen Kurzbesprechung in der Kabine machte Erfolgstrainer
Danilo Valenti seine Beobachtungen. "Am Anfang dachte ich, hoffentlich blamieren wir
uns nicht, aber als ich dann in die Augen der Mädchen schaute, hatte ich ein gutes
Gefühl. Sie saßen da, wirkten völlig entspannt, aber doch voller Selbstvertrauen."
Mit 3:0 lagen die MERC-Damen vor Beginn des letzten Drittels in Führung: "Der
Trainer hat nur gesagt, nicht locker lassen, nicht nachlassen. Wir wußten, daß
Geretsried stark ist und hatten uns fest vorgenommen, selbst wenn die jetzt den Spieß
rumdrehen, den Kopf nicht hängen zu lassen", hielt sich insbesondere Anja Scheytt an
die strikte Devise diszipliniert weiter zu spielen. "Auch nach dem 4:0 waren wir uns
längst noch nicht sicher, daß wirs packen. Ich hatte bis kurz vor Schluß noch
richtig Angst", schilderte sie ihre Gefühlslage. Mit der Taktik, zwei Stürmerinnen
aufzubieten, während die dritte Spitze nach hinten absichert, kam in den letzten Wochen
mehr Sicherheit in das Defensivspiel des frischgebackenen Meisters. "Wir wollten so
lange wie möglich kein Gegentor bekommen. Unser Gegner wurde natürlich mit zunehmender
Spieldauer immer nervöser, und das hat ja funktioniert," freute sich Valenti über
den Erfolg des neuen Systems. Zwei Faktoren waren für den Coach von spielentscheidender
Bedeutung. "Unsere Torhüterin Nadine Spanihel hat phantastisch gehalten. Meiner
Meinung hat sie zuletzt zu passiv mitgespielt. Diesmal ist sie aggressiv gewesen, aus dem
Tor gekommen, hat die Winkel verkürzt, wie ein sechster Feldspieler, das war großartig.
Dann habe ich die gelernte Stürmerin Anja Scheytt als Wachhund auf Geretsrieds beste
Stürmerin Michaela Lanzl angesetzt. Diese Aufgabe hat sie hervorragend gelöst, und noch
ihr Tor gemacht." Apropos Tor. Da wurde Anja Schnetz doch glatt ein Treffer
unterschlagen. "Es war meine vierte Meisterschaft mit dem MERC, ich erziele endlich
mal ein Tor, und dann stehts nirgends," nahm es die dienstälteste Spielerin
dennoch mit Humor. Ihre dritte Meisterschaft gewann Natascha Schaffrik, Kapitän der
siegreichen Mannschaft. "Sie stand sowohl im Halbfinale als auch im Endspiel jeweils
vierzig Minuten auf dem Eis. Mußte dann mit Wadenkrämpfen raus - und kam wieder zurück.
Dieser Wille, das war eine phantastische Erfahrung für mich," so Valenti.
(pe - Mannheimer Morgen)
Die Bremse sitzt im Kopf
Moskitos tragen zu schwer an der Favoritenbürde - Haubennestel beerbt Oswald
Als die Geretsrieder Moskitos im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft im Damen-Eishockey
in der 43. Minute scheinbar aussichtslos mit 0:4 in Rückstand lagen, griffen die
Reservistinnen Diana Gatzka, Christina Mühlburger und Martina Wayand ganz tief in die
Psycho-Trickkiste: Sie tauschten die Plätze. Mühlburger nahm links Platz, Wayand in der
Mitte und Gatzka rechts. "Alles Aberglaube", lachte Mühlburger, "immer
wenn wir so auf der Bank gesessen sind, haben wir gewonnen. Wenn wir der Mannschaft schon
sonst nicht helfen können, dann müssen wir eben so etwas machen." Die Maßnahme kam
zu spät: Die Moskitos schossen in den folgenden zehn Minuten zwar vier Tore, trotzdem
verlor ihr Team mit 4:6 (0:1, 0:2, 4:3). Wie viele Emotionen die TuS-Damen in dieses
Endspiel investiert hatten, zeigten schon die Szenen, die sich auf der Auswechselbank
abspielten: Nach dem 0:3 feuerte Spielführerin Christian Oswald ihren Schläger
wutentbrannt in die Ecke und kämpfte mit den Tränen. Ebenso erging es Franziska Reindl
nach dem 0:4. Und nach dem 2:5 verließ Manuela Hirt ebenfalls tränenüberströmt ihr
Gehäuse und kauerte minutenlang auf der Bank. "Die Mädchen meinen immer, sie sind
allein an den Gegentoren Schuld", zeigte Trainer Johann Oswald Verständnis,
"aber wir schießen die Tore gemeinsam und kassieren sie gemeinsam."Oswald fand
viele Gründe, warum sein Team im Finale den kürzeren gezogen hatte: "Unser großes
Problem war, daß unsere Mittelstürmer kaum Bullys gewonnen haben." So kam sein Team
nur schwer ins Spiel. Dies lag freilich auch an MERC-Torhüterin Nadine Spanihel, die 40
Schüsse parierte. Überragend spielte auch Maritta Becker auf. Drei Tore und eine Vorlage
gingen auf ihr Konto. "Sie ist derzeit die vielleicht kompletteste Stürmerin in
Deutschland", lobte der TuS-Coach die Mannheimerin. Zu allem Überfluß schied
TuS-Nationalverteidigerin Anja Merkel bereits Ende des ersten Drittels aufgrund einer
Wirbelverletzung aus. Hauptursache der Pleite war allerdings wohl eine andere: Die
Moskitos bekamen vor der Rekordkulisse von über 1000 Zuschauer nie ihre Nerven in den
Griff. "Wir waren heute einfach übernervös", gab Oswald zu. Trotzdem zog
Oswald letztlich ein positives Fazit seiner Arbeit. "Wir haben heuer viele junge
Spielerinnen eingebaut. Die brauchen bloß noch ein bißchen Zeit." Oswald selbst
wird sich in Zukunft nicht mehr um das Team kümmern. "Nach vier Jahren kannst du die
Mannschaft einfach nicht mehr so motivieren", stellte er fest. Seine Nachfolger
stehen schon Gewehr bei Fuß: Chefcoach ist in Zukunft Frank Haubennestel, der bislang als
Co-Trainer fungierte. Ihm zur Seite steht die B-Lizenz-Inhaberin Gabi Wörschhauser, die
sich aus dem aktiven Sport zurückzieht.
STIMMEN ZUM ENDSPIEL:
Natalie Rauch (Moskito-Verteidigerin): "Es war ein gigantisches Gefühl, vor so
vielen Leuten aufs Eis zu laufen. Vor einem so großen Publikum haben wir alle noch nie
gespielt. An den Zuschauern ist es bestimmt nicht gelegen, daß wir verloren haben, denn
alle haben uns super unterstützt. Heute haben wir bei der Chancenverwertung kein Glück
gehabt. Es ist schon ernüchternd, wenn man das ganze Jahr auf die Deutsche Meisterschaft
hinarbeitet und dann wirds doch nichts." Claudia Strobl (Moskito-Stürmerin):
"Ich glaube, ich spiele in Zukunft nur noch für das Landratsamt, denn da habe ich
mehr Erfolg. Aber im Ernst: Nach 14 Jahren Eishockey überlege ich mir schon, die Sache
ausklingen zu lassen." Steffen Pfreundschuh (MERC-Mannschaftsleiter): "Wahnsinn.
Unbeschreiblich. Ohne Worte. Ich kanns nicht glauben, daß wir Deutscher Meister
geworden sind. Unsere Torhüterin war heute supergut drauf. Es war schon eine Sensation,
daß wir das Finale erreicht haben. Und daß wir dann auch den Favoriten TuS Geretsried
schlagen. . . Wir haben wohl gewonnen, weil wir Glück hatten und weil Geretsried mit dem
Druck nicht fertiggeworden ist." Nadine Spanihel (MERC-Torhüterin): "Es gibt
kein Geheimnis, warum ich so gut gehalten habe. In den ersten zehn Minuten habe ich Glück
gehabt und dann wird man immer sicherer. Manchmal gibts solche Tage. Wenns
läuft, dann läufts."
(pr - Isar-Loisachbote)
Der Mannschaft hilfts nicht - Michaela Lanzl erntet Lob und ist doch traurig
Wer die 16jährige Michaela Lanzl "in Zivil" sieht, kommt kaum auf den Gedanken,
daß er einer der besten deutschen Eishockeyspielerinnen gegenübersteht. Lanzl ist klein,
zierlich - eben gar nicht so, wie man sich eine Eishockeyspielerin vorstellt. Und doch
gilt sie als "eines der größten Talente weltweit". Dieses Prädikat verlieh
ihr zumindest kürzlich ein kanadischer Coach. Sie selbst gibt sich angesichts solcher
Lobeshymnen bescheiden: "Ob das so ist, kann ich wirklich nicht beurteilen."
Unbestritten ist jedoch, daß sie beim DM-Endrundenturnier zu den besten Akteurinnen
gehörte und immer wieder Kostproben ihres Könnens ablieferte. Ihre Spezialität: im
eigenen Verteidigungsdrittel einen Alleingang starten und dann die Gegnerinnen wie
Slalomstangen umkurven. Und torgefährlich ist Lanzl obendrein. Mit ihren drei Treffern
gegen den OSC Berlin-Schöneberg und Mannheimer ERC avancierte sie zur erfolgreichsten
TuS-Torschützin. Die spektakuläre und effektive Spielweise beeindruckte offensichtlich
auch die Jury, die Lanzl, die am Sonntag 16 Jahre alt wurde, zweimal zur Spielerin des
Tages bestimmte. Zufrieden war sie trotzdem nicht: "Natürlich freut man sich, wenn
man gewählt wird. Aber das hilft der Mannschaft nicht weiter." Sie ist über das
Abschneiden enttäuscht: "Gerade jetzt wos drauf ankam, haben wir
verloren." Gegen Mannheim hatte sie die Sonderaufgabe, sich um Maritta Becker zu
kümmern. Trotzdem traf die Mannheimer Stürmerin dreimal, doch dies wollte Lanzl nicht
auf ihre Kappe nehmen: "Ich mußte sie nur in der Offensive decken. Um sie komplett
auszuschalten, reicht das nicht. Da müßte wohl die ganze Zeit eine Manndeckerin neben
ihr herlaufen - denn die Becker ist schon gut." Eine Manndeckerin jedoch ist Michaela
Lanzl ganz bestimmt nicht.
(pr - Isar-Loisachbote)
| Statistiken : |
|---|
TuS Geretsried - OSC Berlin 7:1 (2:0, 4:0, 1:1)
Tore : 1:0 (6.) Christina Oswald (Ass. Sabrina Kruck), 2:0 (8.) Andrea Weissbach,
3:0 (29.) Nadine Marquardt (Ass. Oswald/Kruck), 4:0 (32.) Christina Oswald (Unterzahltor),
5:0 (34.) Michaela Lanzl (Ass. Kruck), 6:0 (37.) Michalea Lanzl (Ass. R.Strobl/Oswald),
7:0 (49.) Rosi Strobl, 7:1 (57.) Jenny Friede (Ass. Susan Gaebel)
Strafzeiten (je 2 Min.) : (12.) Sandra Kinza (OSC) - Haken, (16.) Christina Oswald
(TuS) - Stockschlag, (25.) Sandra Kinza (OSC) - Haken, (31.) Sabrina Kruck (TuS) - unk.
Körperangriff, (37.) Sandra Kinza (OSC) - unk. Körperangriff, (38.) Andrea Weissbach
(TuS) - Beinstellen, (38.) Anja Merkel (TuS) - unk. Körperangriff, (41.) Sandra Kinza
(OSC) - Stockschlag, (47.) Sandra Kinza (OSC) - 2 + 10 Diszipl. Haken/Unsportliches
Verhalten, (53.) Patricia Stowasser (TuS) - Beinstellen
Beste Spielerinnen: Michaela Lanzl (TuS) und Claudia Grundmann (OSC)
Mannheimer ERC - ESC Planegg/Würmtal 5:1 (2:0,
2:1, 1:0)
Tore : 1:0 (7.) Anja Scheytt (Ass. Maritta Becker), 2:0 (18.) Anja Scheytt, 2:1
(22.) Sandra Rumswinkel (Ass. Tina Moll), 3:1 (30.) Maritta Becker (Ass. Natascha
Schaffrik/Rebekka Marenbach), 4:1 (35.) Anja Scheytt (Ass. Rebekka Marenbach), 5:1 (55.)
Maritta Becker (Ass. Marenbach)
Strafzeiten (je 2 Min.) : (4.) Maritta Becker (MERC) - Haken, (6.) Sara Seiler
(ESC) - unk. Körperangriff, (23.) Susan MacKenzie (ESC) unk. Körperangriff, (27.) Maria
Sebald (ESC) - Halten, (27.) Maritta Becker (MERC) - Reklamieren, (30.) Elke Wiegand (ESC)
- Unk. Wechsel, (33.) Bettina Aumüller (ESC) - Beinstellen, (53.) Tina Moll (ESC) -
Bankstrafe/Reklamieren
Beste Spielerinnen: Natascha Schaffrik (MERC) und Isabel Jonas (ESC)
OSC Berlin - ESC Planegg/Würmtal 0:4 (0:1, 0:2,
0:1)
Tore : 0:1 (11.) Bettina Aumüller (Ass. Sandra Rumswinkel, Monika Pink), 0:2 (23.)
Isabel Jonas, 0:3 (35.) Sandra Rumswinkel (Ass. Bettina Aumüller, Elke Wiegand), 0:4
(43.) Bettina Aumüller
Strafzeiten (je 2 Min.) : (2.) Sara Seiler - Bodycheck, (9.) Sandra Kinza - Haken,
(17.) Kirstin Kühnhackl - Stockschlagen, (24.) Sandra Grütter - Behinderung, (24.)
Bettina Aumüller - Beinstellen, (25.) Monika Pink - unk. Körperangriff, (28.) Sandra
Kinza - Haken, (36.) Maria Sebald - Bodycheck, (45.) Sandra Rumswinkel - übertr. Härte,
(51.) Jenny Friede - Stockcheck
Beste Spielerinnen: Tanja Jakupovic (OSC) und Bettina Aumüller (ESC)
TuS Geretsried - Mannheimer ERC 4:6
(0:1, 0:2, 4:3)
Tore : 0:1 (11.) Miriam Graf (Ass. Kerstin Fischer/Maritta Becker), 0:2 (24.)
Maritta Becker, 0:3 (36.) Maritta Becker, 0:4 (42.) Anja Schnetz (Ass. Natascha
Schaffrik), 1:4 (44.) Wiltrud Schmid (Ass. Andrea Weissbach), 2:4 (45.) Michaela Lanzl
(Christina Oswald/Rosi Strobl), 2:5 (49.) Maritta Becker, 3:5 (50.) Nadine Marquardt, 3:6
(57.) Anja Scheytt, 4:6 (58.) Andrea Weissbach (Ass. Oswald/Marquardt)
Strafzeiten (je 2 Min.) : (6.) Maritta Becker (MERC) - unk. Körperangriff, (11.)
Anja Merkel (TuS) - unn. Härte, (14.) Christina Oswald (TuS) - Hoher Stock, (14.)
Natascha Schaffrik (MERC) - Bodycheck, (28.) Anja Schnetz (MERC) - Beinstellen, (32.) Anja
Scheytt (MERC) - Beinstellen, (39.) Christina Oswald (TuS) - Stockschlag, (45.) Sabrina
Kruck (TuS) - Behinderung, (46.) Maritta Becker (MERC) - Halten des Stockes, (48.)
Christina Oswald (TuS) - Behinderung, (48.) Christina Fischer (MERC) - Behinderung, (50.)
Maritta Becker (MERC) - übertr. Härte, (56.) Maritta Becker (MERC) - Beinstellen, (56.)
Lena Gratzl (MERC) - Bankstrafe Spielverzögerung
Beste Spielerinnen: Natascha Schaffrik (MERC) und Michaela Lanzl (TuS)
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